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Vandalismus an Kirche in Wettesingen

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Von: Monika Wüllner

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Kirche in Wettesingen: Ein Fensterfeld an der St. Andreas Kirche wurde von Unbekannten zerstört.
Kirche in Wettesingen: Ein Fensterfeld an der St. Andreas Kirche wurde von Unbekannten zerstört. © privat/nh

Kaputte Fenster in der St. Andreas Kirche in Wettesingen: Jetzt soll der Bereich per Videokamera überwacht werden.

Wettesingen – Noch vor ein paar Monaten haben Pfarrerin Monika Vöcking aus Wettesingen und der Kirchenvorstand auf aufmerksame Wettesinger gehofft, weil immer wieder Kirchenfenster der St. Andreas Kirche durch Steine zerstört wurden. Da waren die Bruchstellen im Glas noch nicht so groß. Mittlerweile ist ein ganzes Fensterfeld zerstört worden.

Und noch immer ermittelt die Polizei gegen „Unbekannt“. „Was stimmt mit diesen Menschen nicht“, fragt Pfarrerin Vöcking. Diese Zerstörungswut sei für sie nicht nachvollziehbar.

Monika Vöccking Pfarrerin
Monika Vöccking Pfarrerin © Wüllner, Monika

Die kleine Kirche habe schon Kriege überstanden und gilt als die schönste und älteste in Nordhessen

In die Kirche werde eingeladen, um für Frieden zu beten. Menschen könnten jederzeit dort verweilen, beten, zur Ruhe kommen und im Gebet Halt finden. „Jetzt starren die Menschen auf eine zugenagelte Kirchenwand“, so Vöcking.

Das gehe ihr besonders nahe, weil gerade erst ukrainische Flüchtlinge in der Nachbarschaft eingezogen sind. Geflohen vor Krieg und Gewalt. Für viele bedeute die Kirche auch Schutzraum. „Und jetzt sehen sie das bei uns“, so die Pfarrerin weiter. Sie empfinde Trauer. Gerade jetzt, wo überall so viel passiere, Krieg und Pandemie, und da dringe jemand in diesen Schutzraum ein.

Diese kleine Kirche habe schon Kriege überstanden und gilt als die schönste und älteste in Nordhessen (erbaut im frühen 12. Jahrhundert). Am Ende gibt es jetzt nur eine Lösung: Videokameras sollen installiert werden, um Täter abzuschrecken und/oder sie zu identifizieren.

Jeder soll Augen und Ohren offen halten

Der Wettesinger Ortsvorsteher Friedbert Kanne findet kaum Worte für diesen Vandalismus. „Ich habe für vieles Verständnis, aber hier hört es auf“, so Kanne. Jeder habe in seiner Jugend sicher auch Streiche gespielt. Das hier falle aber keineswegs unter die Kategorie „Streiche“.

Friedbert Kanne Ortsvorsteher
Friedbert Kanne Ortsvorsteher © Privat

Er habe bereits den Ortsbeirat und Vereinsvertreter informiert sowie in verschiedenen Whatsapp-Gruppen agiert. „Jeder muss jetzt mithelfen, Augen und Ohren offen halten und versuchen, denjenigen oder diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen“, sagte Kanne.

Die Polizei werde sich jetzt öfter in Wettesingen blicken lassen

Ihm tue es wahnsinnig leid, dass nun schon zum wiederholten Male die Kirche zur Angriffsfläche geworden sei. „Vor allen Dingen findet man ja niemanden mehr, der diese Bleiverglasung noch macht“, so Kanne. Pfarrerin Monika Vöcking ist dankbar, dass noch am Abend des Vorfalls, am Dienstagabend, 5. April, Schreiner Lothar Hildebrand das Fenster verschlossen habe. „Das war großartig“, sagte Vöcking.

Karsten Turski, Polizei Wolfhagen
Karsten Turski, Polizei Wolfhagen © Henniges

Die Polizei in Wolfhagen hat die Anzeige aufgenommen. Auch an einer Baustelle neben der Kirche habe es mutwillige Zerstörungen gegeben. „Wir werden uns jetzt öfter mal in Wettesingen blicken lassen“, sagte Polizeisprecher Karsten Turski. Fotos: Wüllner/henniges/privat

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