In Hongkong trugen alle Masken

Während Coronaausbruchs in Hongkong: Breunaerin berichtet darüber, wie es war

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Schlange in Hongkong vor eine Apotheke: Die Menschen haben die ganze Nacht hindurch gewartet, um Masken zu bekommen. Damit haben sich alle von Anbeginn des Corona-Ausbruchs in Hongkong geschützt. 

Corona: Breunaerin war während des Ausbruchs in Hongkong. Die Einwohner waren vorsichtiger als Chinesen und Deutsche. Manches Verhalten ähnelte sich aber. 

Breuna – Nikoletta Schubert ist in Breuna aufgewachsen. Sie ist erst 21 Jahre jung und hat gerade jetzt eine schwere Zeit hinter sich. Denn als das Coronavirus in China das Leben zum größten Teil lahmlegte, war sie in Hongkong bei ihrer neuen Familie. Im Januar hatte die junge Frau ihren Mann Oliver in Hongkong geheiratet. 

Nicoletta Schubert mit ihrem Mann Oliver aus Hong Kong. Sie hat den Ausbruch des Corona-Virus hautnah miterlebt. Schubert lebt in Breuna

Im März musste sie das Land verlassen, sie brauchte ein neues Visum. Eindrücklich schilderte sie, wie sie die Situation im fernen Land erlebt hat. „Die Chinesen kamen nach Hongkong, um sich Designerkleidung im Outlet zu kaufen“, sagte Nikoletta Schubert. Für sie war das unfassbar.

Coronaausbruch: Hongkonger waren sehr vorsichtig

Denn die Einwohner Hongkongs waren besonders vorsichtig, als sie vom Coronavirus erfuhren. „In Hongkong haben alle angefangen, die Masken zu tragen, um sich selbst zu schützen und auch um die Mitmenschen zu schützen. Abends gegen zehn Uhr haben sich die Menschen an lokalen Apotheken angestellt um am nächsten morgen ein Päckchen der Masken zu bekommen. Es gab keine Panik“, berichtete Schubert.

Leere Reisregale wurden mit Instant-Nudeln in Hongkong aufgefüllt.

Die Regierung habe beschlossen, Disneyland zu schließen und auch den Ocean-Freizeitpark und Ngong Ping 260 (Big Buddha). Alle seien weiterhin normal zur Arbeit gegangen, aber stets mit einer Maske. Und die waren – ebenso wie Desinfektionsmittel – schnell ausverkauft. Reis war vergriffen, Instant-Nudeln wurden alternativ angeboten. „So wie momentan in Deutschland wurde in Hongkong wie wild ganz viel Toiletten Papier gekauft“, sagte die junge Frau.

Coronakrise: Flüge nach China wurden verringert aber Busse fuhren trotzdem

Nachdem Süd-Korea und Japan mehr und mehr Virus-Fälle hatten, hat die Regierung Hongkongs begonnen, die Grenzen zu China zu schließen, Flüge wurden um die Hälfte gekürzt, die Einreise war für Reisende aus China erschwert. Busreisen wurden jedoch weiterhin erlaubt. Dadurch kamen täglich 200 bis 300 Reisende nach Hongkong, um dort zu shoppen, und sind dann wieder nach China zurück. Kreuzfahrtschiffe durften nicht mehr in Hongkong halten und viele kleine Grenzen wurden geschlossen. 

Coronakrise in Hongkong: Auch dort wurden die Masken knapp

„Die Masken bei mir zuhause wurden weniger und wir mussten schauen und planen wer raus kann und wer nicht. Meine Schwiegereltern mussten trotzdem weiter arbeiten und mein Mann auch, also bin ich für zwei Wochen zuhause geblieben und habe darauf verzichtet rauszugehen, wenn es nicht wirklich von Nöten war“, erzählte Nikoletta Schubert am Telefon und weiter „wir haben versucht aus dem Ausland welche nach Hongkong zu bekommen, aber die Päckchen wurden zum Teil geöffnet und geplündert. Viele Bestellungen wurden auch direkt storniert.“ Viele junge Erwachsene hätten sich aber zusammengetan und Masken an die älteren Menschen gespendet und verteilt.

Der Stadtstaat an der Südspitze Chinas habe durch die Prävention nur 181 infizierte Personen gezählt, vier Todesfälle habe es in dem dicht besiedelten Gebiet mit sieben Millionen Menschen gegeben.

Und nun ist das neue Visum in Breuna angekommen und Nikoletta Schubert möchte so schnell wie möglich zurück nach Hongkong zu ihrem Mann und seiner Familie. Im Moment hat sie nur Kontakt via Internet.

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