In der Gemeinde wurden zuletzt zahlreiche Bäume gefällt

Zahlreiche Bäume gefällt: Breunaer ärgert Kahlschlag

+
Bis vor Kurzem standen hier alte Buchen: Viele Breunaer ärgern sich, dass von ihrem Hutewald nichts mehr übrig geblieben ist. Sie machen sich Sorgen um ihren Wald und darüber, wie es in den nächsten Jahren weitergeht.

Da, wo bis vor wenigen Monaten alte Buchen standen, liegt nun eine brache Fläche. 150 bis 200 Jahre waren die gefällten Bäume alt. Nun fragen sich viele Breunaer, warum so ein Kahlschlag sein musste.

„Im Wald gibt es doch momentan genug Probleme, da muss doch nicht so ein alter Baumbestand gefällt werden“, sagt Helmut Rabe vom Nabu Breuna bei einem Ortstermin nahe des Wanderparkplatzes an der Landesstraße Richtung Oberlistingen.

Eben dieses Alter der Bäume war allerdings das Problem, erklärt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. „Vor allem ältere Buchen sind von den Schäden im Wald derzeit massiv betroffen.“ Der Grund: Sie wurzeln tief, bekommen durch die Dürre der letzten beiden Jahre so nicht genug Wasser. „Bei jungen Buchen reichen die Wurzeln noch nicht so weit in den Boden, darum geht es denen noch besser.“

Müssen alte Bäume gefällt werden, ist das ein Totalausfall. „Das ist ja nicht nur ein schöner alter Bestand, der lange und mit viel Mühe gepflegt wurde“, sagt Zindel. Auch wirtschaftlich sei das Holz durch Pilzbefall oft nicht mehr zu nutzen.

Zindel lobt, dass die Breunaer auf ihren Wald achten. Er sagt: „Uns tut dieser Eingriff auch leid. Das ist nicht so, wie wir das wollen.“ Und auch Förster Karsten Holzkamp, der das Gebiet von Wilfried Bott übernommen hat, ist alles andere als glücklich mit der Situation. „So startet man nicht gerne in einen neuen Bereich“, sagt er. Seit er angefangen habe, sei er nur mit Aufräumarbeiten um Breuna herum beschäftigt.

Die Breunaer sind vor allem enttäuscht über die gefällten Bäume nahe des Waldparkplatzes. Die gute Nachricht: Die Fläche soll wieder aufgeforstet werden. „Geplant ist das für den Herbst“, sagt Holzkamp. Das habe man mit Bürgermeister Jens Wiegand besprochen. Nun müssen bis zum 1. März Förderanträge gestellt werden. Gepflanzt werden sollen Kirschen. „Die sind standortgerecht“, sagt Holzkamp. Zudem sollen sie Spaziergänger durch ihre Blüten erfreuen und bieten Insekten eine Nahrungsquelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.