Zustimmung vom Parlament: Altes Hotel in Breuna für Flüchtlinge

Oswald Beuthert

Breuna. Die Gemeindevertreter in Breuna haben sich einstimmig für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im ehemaligen Breunaer Ratshotel ausgesprochen.

Hannah Rappe (SPD) fand klare Worte: „Fragen, die auch durch Ängste in der Bevölkerung entstehen, müssen erlaubt sein. Wofür wir in Breuna aber keinen Platz haben ist Rassenhass und Diskriminierung.“

Das Waldecksche Diakonissenhaus (WDS) Bad Arolsen will in dem ehemaligen Hotel junge Flüchtlinge unterbringen, die ohne Eltern oder Verwandte nach Deutschland flüchten konnten. WDS-Vorsteher, Pfarrer Oswald Beuthert, erklärte während der Gemeindevertretersitzung, warum die Immobilie in Breuna angemietet werden soll und wie die Begleitung der Jugendlichen im Alltag aussieht. Die Zahl unger Menschen, die ohne Familie nach Deutschland kommen, nehme stetig zu.

Das WDS, welches seit über 140 Jahren in der Jugendhilfe aktiv sei, betreibe seit Mai 2014 eine sogenannte UmF-Gruppe in Bad Arolsen (UmF = unbegleitete minderjährige Flüchtlinge). Beuthert betonte, dass das WDS sehr positive Erfahrungen mit dieser Gruppe gemacht habe. Die Räume in Breuna würden sich sehr gut für die Arbeit mit jungen Menschen eignen. Die Gemeindevertreter hatten bereits im Vorfeld das Konzept schriftlich vorliegen.

Zwischen neun und zwölf Jugendliche könnten in Breuna betreut werden. Und zwar rund um die Uhr. Die jungen Menschen kommen nach ungefähr drei Monaten nach einem Aufenthalt in einer sogenannten Clearing-Stelle in Frankfurt oder Gießen in die entsprechenden Betreuungsstellen. „Sie können dann schon ganz gut die deutsche Sprache“, sagte Beuthert. Oftmals hätten die Jugendlichen einen großen Wissensdurst. Sie wollen alles, nur nicht mehr das erleben, was sie erlebt haben und zur Flucht getrieben hat.

Ins Dorfleben integrieren 

Andreas Schicker (SPD) berichtete, dass bereits der Haupt- und Finanzausschuss dem Beschlussvorschlag zugestimmt habe. Hannah Rappe (SPD) erklärte, dass diese jungen Menschen unterstützt und ins Dorfleben integriert werden sollen. Weil das Thema aber auch viele Fragen und Ängste aufwerfen könnte, sollen die Bürger „mitgenommen“ werden. Und Rappe bat alle Breunaer, um ihre Unterstützung. Auch von Seiten der CDU kam positive Resonanz. CDU-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Becker erklärte, dass auch die CDU gerne diese jungen Menschen in Breuna begrüße und sie aufnehmen möchte. Sie sollen ins Dorf- und Vereinsleben eingebunden werden.

Marlies Weymann-Flörke (SPD) fragte, wie weit die Gemeinde Breuna überhaupt auf die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet sei. „Gibt es da schon Planungen“, wollte Weymann-Flörke wissen. „Wir haben Calden vor Augen und können uns auch nicht ausschließen“, sagte Erster Beigeordneter Wolfgang Mende (SPD). In Breuna gebe es einige leer stehende Häuser. „Da denken wir drüber nach. Auch über die Aufnahme größerer Gruppen in Notunterkünften müssen wir uns Gedanken machen.“

Unter diesem Artikel werden nur Kommentare freigeschaltet, die sich ausschließlich nur mit dem im Text behandelten Aspekt des Flüchtlingsthemas auseinandersetzen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.