Bürgermeister wollen keine Kastrationspflicht für Streunerkatzen

Wolfhager Land. Im Wolfhager Land wird es vorerst keine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen geben. Darauf haben sich die Bürgermeister der Altkreiskommunen in ihrer jüngsten Sitzung verständigt.

Ihr Argument: Streunende Katzen lebten vorwiegend am Rande großer Städte und stellten im ländlichen Raum, insbesondere im Altkreis, kein Problem dar. Außerdem sehen die Bürgermeister Unwägbarkeiten bei der Umsetzung, und haben zudem rechtliche Bedenken.

Durch eine Verordnung können Kommunen in Hessen seit diesem Jahr die Halter von freilaufenden Katzen verpflichten, ihre Tiere kastrieren zu lassen. Rechtliche Grundlage ist Paragraf 13b im Tierschutzgesetz des Bundes. Laut der Tierschutzorganisation Peta haben inzwischen 250 Kommunen bundesweit die Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht eingeführt.

Im Altkreis gibt es nach Auffassung der Bürgermeister keine Gebiete, in denen Katzen lebten, bei denen Schmerzen und Leiden festgestellt worden seien, erklärt Thomas Raue, Bürgermeister aus Habichtswald. Hier ist der gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk der Altkreiskommunen angesiedelt.

Bei der Tiernothilfe Zierenberg ist man entsetzt und enttäuscht über die Entscheidung. Im Altkreis Wolfhagen gebe es sehr wohl ein erhebliches Problem mit Streunerkatzen. „Wir kastrieren allein im Jahr 300 Katzen und das ist nur die Spitze des Eisberges“, erklärt Jutta Zyweck von der Pflegestelle. Es herrsche im Altkreis erhebliches Tierleid und erhöhte Seuchengefahr. Auch Tierärztin Dr. Kristina Oster vom Vorstand des Vereins kann die Entscheidung der Bürgermeister nicht nachvollziehen. In anderen Kommunen laufe es geräuschlos ab und sorge nicht für Mehrarbeit bei den Ordnungsämtern. Natürlich könne man nicht alle Katzenhalter kontrollieren, habe jedoch bei schwarzen Schafen eine Handhabe.

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