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Camping-Boom im Kreis Kassel hält weiter an

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Von: Jakob von Sass

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Gute Laune unter den Campern: bei bestem Wetter sitzen die Urlauber aus Unna vor ihren Wohnmobilen und genießen die Zeit in Naumburg.
Gute Laune unter den Campern: bei bestem Wetter sitzen die Urlauber aus Unna vor ihren Wohnmobilen und genießen die Zeit in Naumburg. © Norbert müller

Auf Campingplätzen in der Umgebung ist weiterhin viel los.

Kreis Kassel – Die Pandemiejahre haben Campingplatzbetreibern und Wohnmobilvermietern seit 2020 Rekordumsätze beschert. In diesem Jahr standen laut Tourismusbranche wieder deutlich mehr Flugreisen und entferntere Ziele auf der Wunschliste der Urlauber. Dennoch scheint sich der Camping-Boom, zumindest im Kreis Kassel, bisher nicht abzuschwächen. Betreiber von Campingplätzen und Wohnmobilvermieter sind mit der Saison zufrieden.

Kai Frühwald, Verantwortlicher für den Wohnmobilstellplatz der Stadt Wolfhagen, berichtet, dass er bis jetzt mit dem Verlauf der Sommersaison zufrieden sei: „Wir merken, dass es jährlich mehr Wohnmobile auf unserem Stellplatz werden. Dennoch haben wir mit unseren 50 Plätzen immer noch sehr viel Kapazitäten, um zusätzliche Camper aufzunehmen.“

Vor allem die Infrastruktur, die der Platz biete, sei perfekt für Gäste von außerhalb. „Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten sind nur drei Minuten entfernt.“

Auch Felix Puzio von Bredow, Inhaber von Reisemobile von Bredow aus Vellmar, ist glücklich über den bisherigen Verlauf der Saison: „Bei uns läuft es bis jetzt hervorragend. Leider gibt es bei den Herstellern der Wohnwagen und Wohnmobile momentan Lieferschwierigkeiten, sodass wir die große Nachfrage der Kunden nicht komplett bedienen können.“ Dieses Jahr bekomme sein Verleih nur um die 40 Prozent der Fahrzeuge, die sie sonst zur Verfügung hätten.

Auf dem Campingplatz in Bad Karlshafen, der direkt an der Weser liegt, läuft es ebenfalls gut in diesem Jahr. Juniorchefin Nina Vogt sagt: „Die Belegung auf unserem Platz ist dieses Jahr wieder sehr gut. Man merkt einfach, dass die Leute glücklich sind, wieder richtig reisen zu können.“

In Bad Karlshafen merken die Betreiber vor allem, dass auch junge Familien in den vergangenen Jahren in Sachen Camping aufgerüstet haben und mit Spaß bei der Sache seien. Laut Nina Vogt ist der Platz vor allem wegen seiner Lage und dem Campingshop auf dem Gelände besonders beliebt bei den Urlaubern.

Auch der Platz in Naumburg ist an den Wochenenden nahezu ausgebucht. Trotzdem hat sich die 59-jährige Inhaberin Odette Bettermann das Jahr etwas anders vorgestellt.

„Die Saison verläuft bis jetzt ganz anders als gedacht. Vergangenes Jahr waren in der Zeit, in der wir offen sein durften, immer viele Gäste auf unserem Platz. Dieses Jahr ist unter der Woche leider nicht ganz so viel los“, berichtet Bettermann. Das liege ihrer Ansicht nach vor allem daran, dass die Menschen für ihren Campingurlaub wieder überwiegend ins Ausland fahren. Dafür habe sie aber auch Verständnis, da die Auswahl der Reiseziele durch Corona in den vergangenen Jahren ja auch sehr eingeschränkt gewesen sei.

Doch auch auf dem Naumburger Campingplatz lässt sich laut Bettermann ein schöner Sommerurlaub verbringen: „Unser Platz ist stadtnah und trotzdem ist es sehr ruhig hier. Man hat Einkaufsmöglichkeiten direkt vor Tür und natürlich ist das Freibad auch ein absolutes Highlight für die Camper.“

Ein weiterer Grund für einen Aufenthalt in Naumburg seien außerdem die guten Preise, die trotz der gestiegenen Energiekosten immer noch sehr moderat seien. Bettermann sagt: „Bei uns bezahlt zum Beispiel eine vierköpfige Familie mit einem Wohnmobil 29,50 Euro plus Kurtaxe die Nacht. In dem Preis ist aber auch der Strom mit inbegriffen. Das ist schon eine Seltenheit im Vergleich zu anderen Plätzen.“

Auch in Balhorn lässt sich in der Ferienanlage Erzeberg ein Campingurlaub verbringen. Hier ist Betreiber Oliver Kleffel erfreut über den Verlauf der Saison: „Bei uns steigen die Übernachtungszahlen in den vergangenen zehn Jahren konstant an. Der Sommer ist im Vergleich dieses Jahr zwar etwas schwächer, aber dafür hatten wir hier ein starkes Frühjahr, was das Gästeaufkommen angeht.“

Auch in der Ferienanlage locke vor allem die Ruhe und die schöne Natur die Gäste an. Hier belaufen sich die Kosten für eine vierköpfige Familie laut Kleffel auf 35 Euro pro Nacht. Der Strom ist ebenfalls mit in den Preis inbegriffen.

Insgesamt biete die Ferienanlage Platz für 45 Caravans. „Dazu kommen 14 Wohnmobilstellplätze vor dem Eingang, 85 Dauercampingplätze und acht Ferienhäuser, die zur Vermietung angeboten werden“, so Kleffel. Einige seiner Gäste blieben sogar für vier Wochen auf dem Platz, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Beliebt seien außerdem die langen Wochenenden, an denen die Anlage immer gut gefüllt sei. (Jakob von Sass)

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