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Camping in der Natur kommt gut an bei den Wanderern

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Von: Antje Thon

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Übernachten im Zelt: Auf den Trekkingplätzen am Habichtswaldsteig, wie hier am Läuseküppel nahe Sand, ist das seit Mai möglich.
Übernachten im Zelt: Auf den Trekkingplätzen am Habichtswaldsteig, wie hier am Läuseküppel nahe Sand, ist das seit Mai möglich. © Jürgen Depenbrock/nh

Die Trekkingplätze am Habichtswaldsteig werden gut angenommen. Es gibt 3 Zeltplätze am 85 Kilometer langen Steig zwischen Zierenberg und dem Edersee.

Wolfhager Land – Die drei neuen Trekkingplätze kommen bei Wanderern, die auf dem Habichtswaldsteig unterwegs sind, sehr gut an. Der Naturpark Habichtswald hatte die spartanischen Übernachtungsorte, auf denen bis zu zwei Zelte für maximal vier Personen aufgebaut werden können, erstmals im Mai für Besucher zur Verfügung gestellt. Bis Ende August wurden sie von 190 Personen genutzt. Das sagte jetzt der Geschäftsführer des Zweckverbandes Naturpark Habichtswald, Jürgen Depenbrock, der mit dieser Bilanz äußerst zufrieden ist.

Naherholung: Die meisten Wanderer kommen aus Nordhessen

Beim Blick in die Statistik falle auf, dass es vor allem Wanderer aus der hiesigen Region gewesen seien, die eine oder mehrere Nächte mitten im Wald verbracht hätten. Ihr Anteil an der Gesamtnutzergruppe liege bei 58 Prozent. Etwas mehr als ein Fünftel reise aus einer Entfernung von 100 bis 250 Kilometern Luftlinie an, um auf dem Habichtswaldsteig unterwegs zu sein und das Wandererlebnis mit einer Nacht unter Bäumen zu krönen.

Die Trekkingplätze befinden sich im Firnsbachtal, am Läuseküppel bei Sand und am Brederich bei Naumburg. Die Distanz zwischen ihnen beträgt um die 20 Kilometer, sodass der 85 Kilometer lange Fernwanderweg, der Zierenberg mit dem Edersee verbindet, in vier Etappen mit drei Übernachtungen gegliedert werden kann.

Einfache Ausstattung lenkt nicht vom Erleben der Natur ab

Die Plätze im Firnsbachtal und am Läuseküppel sind ausgestattet mit einem Holzpodest, einer Sitzgruppe mit Tisch und einer Komposttoilette. Am Brederich wird das Zelt auf einem abgegrenzten Stück Rasen aufgebaut. Wer sich übers Internet anmeldet und bucht, bekommt die Geodaten für die Plätze, die sich außerhalb des Blickfeldes einige Meter abseits des Habichtswaldsteiges befinden, zugeschickt.

Depenbrocks Zufriedenheit mit dem neuen Angebot rührt auch daher, dass die Abläufe gut klappten und es keine Probleme mit Vandalismus gebe. Einmal pro Woche würden die Plätze kontrolliert, Mülleimer geleert und gegebenenfalls für einen Nachschub an Sägespänen für die Komposttoiletten gesorgt.

Nicht jeder Gast wünscht unberührte Natur

Von den Gästen bekomme der Naturpark überwiegend positive Rückmeldungen. Mitunter seien aber auch etwa putzige Kommentare darunter. So habe sich einmal jemand darüber beklagt, dass er sein Smartphone nicht habe aufladen können. Dieser Service, so Depenbrock, sei an den naturnahen Trekkingplätzen auch nicht vorgesehen. Eine andere Person habe wissen lassen, dass sie sich beim Anfahren eines der Plätze an ihrem Auto fast die Ölwanne abgerissen habe, sagt der Zweckverbandsgeschäftsführer und muss trotz allem Unverständnisses lachen. Die Orte seien so ausgewählt, dass Wanderer ein Gesamtpaket Natur bekämen, für einige Tage bewusst auf Infrastruktur und Annehmlichkeiten der Zivilisation verzichteten. Die Anreise mit einem Auto gehöre definitiv nicht ins Konzept.

Inzwischen erkundigten sich auch andere Naturparks nach den Trekkingplätzen, deren Idee Depenbrock und sein Team aus anderen Regionen übernommen hat. Erst neulich sei eine Gruppe aus dem Vogelsberg da gewesen, die sich von den Erfahrungen der Nordhessen habe berichten lassen. Für die nächste Saison solle das Konzept noch verfeinert werden. Geplant seien für die kostenpflichtigen Lager Vorrichtungen, an denen sich Hängematten befestigen ließen. Dieses Angebot richtet sich an Bushcrafter, die befreit von modernem Ballast den Aufenthalt in der Natur bewusst genießen.

Jürgen Depenbrock lobt die Zusammenarbeit mit Hessen Forst und der Stadt Naumburg, die die Plätze bereitstellten, damit einen wichtigen Anteil am Erfolg der Idee hätten und helfen, die Besucherströme im Wald zu lenken. Er könne sich vorstellen, an einer anderen, attraktiven Wanderroute weitere Trekkingplätze anzubieten.

naturpark-habichtswald.de

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