Claire Benard macht Musik für intime Orte

Eine neue Heimat gefunden: Die Bretonin Claire Benard lebt seit vergangenem November bei Ippinghausen. Das Bild zeigt sie im heimischen Garten, in der Hand hält sie eine Leier. Foto: Deutschländer

Ippinghausen. Die Multi-Instrumentalistin Claire Benard zog der Liebe wegen von der Bretagne nach Ippinghausen.

Wenn über ihre neue Heimat in Nordhessen spricht, gerät sie ins Schwärmen. „Ich verstehe nicht, dass die Menschen hier kalt und schwierig sein sollen“, sagt sie mit diesem französischen Akzent, den wohl ein jeder gern hört. Alle, mit denen sie bisher zu tun gehabt habe, seien „total freundlich“, sagt sie zufrieden.

Claire Benard ist 28 Jahre alt und kommt aus der Bretagne. Seit November 2014 lebt sie mit ihrem Lebensgefährten Michael Stiller am Zwickenberg bei Ippinghausen. Keine Frage, Claire Benard ist eine Vollblutmusikerin.. Die Französin spielt Klavier, Flöte, Akkordeon, Schlüsselfidel, „ein bisschen Gitarre“ und seit neuestem auch Harfe. Ihr Hauptinstrument aber, das ist die Leier. Und wenn man sie fragt, wie sie all das unter einen Hut bringe, reagiert sie ganz bescheiden. „Die Instrumente funktionieren alle auf eine ähnliche Weise.“

„Man ist da sehr frei, weil alles mündlich überliefert ist.“

Mittelalterliche Musik ist die Leidenschaft von Claire Benard. „Man ist da sehr frei, weil alles mündlich überliefert ist“, sagt sie. Es gebe keine festen Noten, Rhythmen oder Stimmlagen; vielmehr komme es auf die Interpretation an. Es überrascht wenig, dass Claire Benard ihrem Publikum deshalb auch in Nordhessen gern diese mittelalterliche Musik präsentiert. Doch es gibt eine Einschränkung. „Ich versuche Stücke zu finden, die man nicht so oft hört“, sagt sie. Das wiederum sei nicht immer leicht, immerhin müssten die handschriftlichen Noten gefunden und entziffert werden.

Doch ist das erst einmal gelungen, beginnt die Französin mit ihrer Arbeit. „Ich liebe es, mit diesem alten Papier zu arbeiten.“ Und dann ist da noch der entscheidende Punkt. „Die Musik muss authentisch sein, für intime Orte wie eine Kapelle geschaffen sein“, betont sie. Der Zuhörer müsse sich konzentrieren, um die Musik genießen zu können.

Als Studentin nach Leipzig

Für Claire Benard begann der Aufenthalt in Deutschland im Jahr 2012. Damals brachte eine Studienpartnerschaft sie nach Deutschland, genauer gesagt nach Leipzig. Die 28-Jährige lebte in Berlin und Magdeburg. Richtig heimisch fühlte sie sich dort nicht. Bei einem Konzert lernte sie ihren jetzigen Lebensgefährten kennen. Es folgten erste Auftritte in Wolfhagen, Leckringhausen, demnächst auch in Kassel und Hannover.

„Die Bretagne habe ich lange Zeit vermisst.“ Inzwischen, sagt Claire Benard, habe sie in Nordhessen ihre neue Heimat gefunden. Und nächstes Jahr werden sie und ihr Lebensgefährte heiraten.

Von Luca Deutschländer

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