Comedian Rena Schwarz sorgte in Breuna mit Trennungsgeschichten für beste Laune

Mit Witz und Temperament: Comedian Rena Schwarz gastierte zum zweiten Mal in der Breunaer Kulturscheune. Foto: Binienda-Beer

Breuna. Trennung lässt Tränen tröpfeln. Und seien es Lachtränen. Sie sind das Metier von Rena Schwarz. Die Schauspielerin, Comedian und Sängerin sorgte am Freitagabend bei mehr als 100 Besuchern in Breunas Kulturscheune für feuchte Augen bei hellem Gelächter: mit ihrem Programm „Lass uns Freunde bleiben. Trennung für Fortgeschrittene“. Zum zweiten Mal, nach einem Debüt vor zwei Jahren, hatte der Tränkenverein die Künstlerin aus dem Spessart nach Breuna geholt.

„Game over“ prangt es unter einem Paar-Trennungs-Logo auf Renas sonnengelbem T-Shirt. Amüsierte Blicke fängt auch die Bühnendeko ein - ein vergrößerter Zeitungsbericht von Deutschlands erster Trennungsmesse. Rena stellt sich vor: „Bin frisch getrennt und voll deprimiert“. Unschuldsblick, gefolgt von breitem Grinsen, und das Publikum ahnt bereits, wo die Reise hingeht. Mit komödiantischer Wucht nähert sich die Agile den Abgründen des Paarlebens und dem oft unvermeidlichen Aus von zweien, die sich eben noch gemeinsam im Paradies wähnten. Doch, so erinnert sie, dort nahm schon bei Adam und Eva das Dilemma seinen Lauf.

Rena, „bin schon oft getrennt worden“, verarbeitet so gerade den Abschied von Martin. Vier Trennungsphasen sind absolviert, nun ist sie eingetreten in die Satellitenphase. „Ich kreise um mich selbst. Völlig frei im Raum. Unbemannt“. Die Besucher glucksen vor Vergnügen. Es folgen „Erfahrungsberichte“, Nachhilfe in Trennungsfragen samt Rachetipps plus Lebenshilfe für Situationen, „wenn das Grau des Alltags deine rosarote Brille zerkratzt“. Weil Begriffe wie Filtertüten und Klopapier die Sprache längst mehr beherrschen als Liebe und Vermissen.

Mit Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Selbstironie forscht Rena nach Trennungsgründen und verrät den geeigneten Umgang mit frisch Getrennten. Ratschläge hat sie parat, einige verdankt sie einer Superprominenten. In der Imitation von Kanzlerin Angela Merkel läuft Rena endgültig zur Hochform auf: verblüffend echt in der Sprachfärbung, in Duktus und Gestik.

„Musiktherapie“ liefert die Künstlerin, die zur eigenen Gitarrenbegleitung auch gesanglich beeindruckt, gleich mit. Ihre im Publikum ausgeguckte „Therapiegruppe“ bekommt zum Mitmachen Rhythmusinstrumente in die Hände gedrückt. Markus, Sascha und Sabrina in der zweiten Reihe bezieht Rena ohnehin schon den ganzen Abend interaktiv in ihr Programm mit ein. Trennung kann lustig sein, zumindest mit Renas Hilfe. Am Ende enthusiastischer Beifall und Pfiffe.

Von Dorina Binienda-Beer

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