Mit Dämmen soll Hochwasserschäden in Ippinghausen vorgebeugt werden

Blick in die Elbaue im Langen Rod: Stephan Schmidt blickt zu der Stelle, wo künftig ein Damm Fluten der Elbe aufhalten soll. 400 000 Euro hat die Stadt Wolfhagen für den Hochwasserschutz bei Ippinghausen eingeplant. Foto:  Norbert Müller

Ippinghausen. Die Stadt Wolfhagen wird rund 400.000 Euro in den Hochwasserschutz im Bereich der Elbe bei Ippinghausen investieren.

Die Genehmigung für die Bauprojekte liegt laut Stephan Schmidt, Sachbearbeiter für Naturschutz, Forst und Gewässerschutz im Wolfhager Rathaus, seit Mittwoch vor. Was noch fehlt, um mit den Arbeiten beginnen zu können, sind die Zusagen für die Fördermittel.

Das Thema Hochwasserschutz beschäftige die Stadt schon seit Jahren, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. Immer wieder kam es in der Vergangenheit im Bereich Wolfhagens zu Überschwemmungen, vor allem an Erpe und Elbe. Bei Wenigenhasungen und Altenhasungen wurden in den vergangenen Jahren rund 700 000 Euro investiert, Staubereiche wurden geschaffen, dazu wurden Erpe aufgeweitet, Areale geschaffen, wo anrollendes Hochwasser in die Breite laufen kann.

Land unter: Kniehoch stand das Wasser während der großen Flut am 30. Juni 1987 bei diesem Bauernhof in Ippinghausen. Foto:  Theis/nh

Ähnliches soll jetzt auch bei Ippinghausen realisiert werden. Dort hat man das Jahrhunderthochwasser nicht vergessen, bei dem am 30. Juni 1987 ein Mensch starb (siehe Artikel unten). Ein Hochwasser diesen Ausmaßes werde man mit den geplanten Schutzmaßnahmen nicht gänzlich entschärfen können, erklärt Stephan Schmidt, dazu sei das Projekt nicht groß genug. Gerne hätte man alles mehrere Nummern größer gemacht. Etwas wie das Naturschutzgebiet Glockenborn habe ihm vorgeschwebt. Letztlich scheiterte ein umfassenderes Projekt aber an den Grundstücken. Die Stadt hätte im Langen Rod gern mehr Grund angekauft, um dort größere Rückhalteflächen und Ausbreitungsmöglichkeiten für Hochwasser zu schaffen. „Alle wollen mehr Hochwasserschutz“, sagt Schmidt, „aber kaum jemand ist bereit, dafür sein Grundstück zu verkaufen“.

Man versucht heute, dem Gewässer mehr Platz zu geben.“

Und so musste man mit vier Grundstücken im Bereich der Elbe und drei Grundstücken im Bereich des Georgengrabens, der von Höhnscheid kommend in die Elbe mündet, auskommen. Schmidt: „Wir hätten weit mehr als das Doppelte gebrauchen können.“

28 500 Quadratmeter stehen nun zur Verfügung. Im Langen Rod werden, sobald die entsprechenden Zuschüsse zugesagt sind, an der Elbe zwei Dammbauwerke errichtet. Dort kann man dann die Fluten stauen und dann dosiert wieder abfließen lassen. Außerdem wird ein Weg, der etwa zwei Kilometer oberhalb der Hasenmühlen das Lange Rod schneidet, erhöht. Im Wasserdurchlass wird ein Drosselbauwerk installiert, um auch dort das sich stauende Wasser gesteuert ablaufen lassen zu können.

Nahe am Ortseingang hinter der Tankstelle, erklärt Stephan Schmidt weiter, „weiten wir die Elbe auf. Man versucht heute, dem Gewässer mehr Platz zu geben“. Das sei in der Ortslage von Ippinghausen leider nicht möglich.

Die ganz große Welle werde man damit nicht stoppen können. Aber eine erhebliche Verbesserung des Schutzes erreiche man mit den Maßnahmen auf jeden Fall.

Von Norbert Müller

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