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Das Gesundheitsamt Kassel erwartet eine starke Grippewelle

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Von: Bea Ricken

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Die Grippe-Fallzahlen steigen in Stadt und Kreis Kassel früher als sonst. Das Gesundheitsamt rät allen über 60-Jährigen zur Impfung.

Kassel – Nachdem eine Grippewelle im vergangenen Corona-Winter vor allem wegen des Masketragens ausblieb, steigt jetzt die Zahl der gemeldeten Grippefälle in Stadt und Landkreis Kassel deutlich an – und das viel früher als in der vorpandemischen Zeit. „Wir haben im Jahr 2022 bisher 54 Fälle in der Stadt und 38 im Landkreis registriert“, so Martin Walter-Domes, Arzt beim Gesundheitsamt Region Kassel. Im Vorjahr gab es nur einen gemeldeten Fall in der Stadt und gar keinen im Landkreis.

Walter-Domes vermutet, dass die Zahl in den klassischen Grippemonaten Januar, Februar und März weiter ansteigen werde. Durch das Masketragen in den vergangenen zwei Jahren sei das Immunsystem nicht mehr trainiert worden. So hätten die Grippeviren leichtes Spiel. Dies erkläre auch einen Anstieg der in der Regel harmloseren grippalen Infekte, bei denen das Robert-Koch-Institut (RKI) ebenfalls einen Aufwärtstrend erkennt.

Grippe in Kassel: Diesen Personen wird die Impfung empfohlen

Der Sprecher vom Gesundheitsamt rät über 60-Jährigen, Immungeschwächten und Menschen, die mit Risikopatienten zu tun haben, dringend zur Impfung. Zumal auch die Gefahr einer Kombination von Corona- und Grippe-Infektion bestehe. „In Jahren mit einer starken Grippewelle gab es in Deutschland bis zu 15. 000 Tote, gibt Walter-Domes zu bedenken.

Gesundheitsamt Kassel: Auch im Januar, Februar und März wird mit hohen Fallzahlen bei er Grippe gerechnet.
Auch im Januar, Februar und März wird mit hohen Fallzahlen bei er Grippe gerechnet. (Symbolbild) © DC_2/imago

Auch Dr. Uwe Popert, Kasseler Allgemeinmediziner und stellvertretender Vorstand des Hausärzteverbands Kassel, vermutet, dass eine Grippewelle auf die Region zurollt. Einen Hinweis sieht er in der aktuellen Situation in Australien. Dort gibt es bereits eine starke Grippewelle mit den höchsten Fallzahlen seit fünf Jahren. In Down Under seien besonders Kinder und Jugendliche betroffen. Auch Popert rät zur Impfung. Diese wäre wirksamer als in den Vorjahren, da die Dosis erhöht worden sei. Das sorge zwar für etwas mehr Nebenwirkungen, biete aber auch einen höheren Schutz.

Kassel: Gesundheitsamt warnt vor Grippe – Plötzlicher Beginn und schwere Symptome

In Arztpraxen wird schon seit einigen Wochen gegen die Grippe geimpft. Seit Oktober können auch Apotheken unter bestimmten Voraussetzungen die Impfung anbieten.

Die Zahl der gemeldeten Grippefälle steigt in ganz Hessen früher als in den vorpandemischen Jahren. Laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden in der vergangenen Woche hessenweit 522 Fälle gemeldet. In der Vorwoche waren es 309 Fälle. Die echte Grippe, auch Influenza genannt, beginnt in der Regel plötzlich mit hohem Fieber (bis zu 41°C), Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Hustenreiz. (Bea Ricken)

In Kassel gibt es wie im Rest von Hessen keine Corona-Isolationspflicht mehr.

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