1. Startseite
  2. Lokales
  3. Wolfhagen

Der seltene Purpurreiher ist ein scheuer Schönling

Erstellt:

Von: Bea Ricken

Kommentare

Schlafplatz im Glockenborn: Der seltene Purpurreiher ist eigentlich eher in südlichen Gefilden zuhause. Nun hat er sich fünf Wochen lang im Glockenborn bei Wolfhagen aufgehalten.
Schlafplatz im Glockenborn: Der seltene Purpurreiher ist eigentlich eher in südlichen Gefilden zuhause. Nun hat er sich fünf Wochen lang im Glockenborn bei Wolfhagen aufgehalten. © Stephan Schmidt/nh

Ein seltener Purpurreiher war wochenlang zu Gast im Glockenborn. Eigentlich mögen die Vögel es wärmer und brüten vor allem in Baden-Württemberg.

Wolfhagen – Seine Sichtung im Glockenborn ist eine kleine Sensation: Der in Hessen extrem seltene Purpurreiher war fünf Wochen lang Gast im Wolfhager Naturschutzgebiet. Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der das Gebiet betreut, hat ihn beobachtet: „Er hat jede Nacht dort geschlafen und sich am Tag rund um das Areal auf Futtersuche begeben.“

Purpurreiher kommen in Europa, Asien und Afrika vor. In Deutschland leben sie nur im Süden und im Nordwesten des Landes. Laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) brüten 17 bis 34 Prozent der deutschen Purpurreiher-Paare in Baden-Württemberg. In den letzten Jahren habe sich ihr Bestand erholt. Die schönen dunklen Vögel profitierten vom Klimawandel.

Der Vogel im Glockenborn sei ein Jungtier gewesen, der im nächsten Jahr vermutlich nach einem Partner Ausschau halten werde, so Schmidt. In ganz Hessen habe es im August nur zwei weitere Sichtungen dieser Vögel gegeben. Den Namen verdankt der Schönling der Färbung seines Gefieders. Der Hals ist rötlich gefärbt und die Federn dunkelgrau. Am Hals haben Purpurreiher einen dunklen Streifen und Schmuckfedern. Schnabel und Beine sind gelb. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Fische. Wenn es sich ergibt, verspeisen sie aber auch Eidechsen, Mäuse, Schlangen, Frösche, Kröten oder Insekten.

Der Purpurreiher sei sehr scheu und lebe gut versteckt am Wasser im dichten Schilf an Seen, Sümpfen oder an stilleren Flussarmen. Um die Störungen für den seltenen Vogel so gering wie möglich zu halten, hat Stephan Schmidt seine Anwesenheit erst jetzt öffentlich gemacht, nachdem er weitergeflogen ist. Weniger seltene Reiherarten wie Silberreiher und Graureiher leben schon länger im Naturschutzgebiet.

Auch interessant

Kommentare