Deutschland-Tour

Radprofis rasten durch das Wolfhager Land

Beste Logenplätze direkt an der Rennstrecke: Die Ehlener Freunde um Arno Löwenstein (Dritter von rechts) haben es sich mit Grill und Erfrischungsgetränken gemütlich gemacht, um die Radsportler anzufeuern.

Kaum waren sie in Sicht, waren sie auch schon wieder weg: Die Radprofis durchquerten auf der Deutschland-Tour auch einige Orte im Wolfhager Land.

Das Bild im Habichtswalder Ortsteil Ehlen ist beinahe ein wenig gespenstisch am frühen Freitagnachmittag. „So ähnlich wird es einst wohl auch an den autofreien Sonntagen ausgesehen haben“, mutmaßt einer der wenigen Passanten, die entlang der leer gefegten B 251 auf die für etwa 14.20 Uhr angekündigten Radsport-Cracks um Emanuel Buchmann warten.

Schon um kurz vor 14 Uhr geht hier nichts mehr. Freiwillige Helfer der Feuerwehren haben zur Deutschland-Tour sämtliche Seitenstraßen entlang der Hauptstraße abgeriegelt, sogar die Ein- und Ausfahrten zur Tankstelle und den zwei Supermärkten sind dicht. „Eine absolute Frechheit“, schimpft der Kunde eines Einkaufsmarktes, der den Parkplatz nicht mehr verlassen darf und sich hier regelrecht gefangen fühlt.

Lockerer sieht es eine junge Frau, die ebenfalls unfreiwillig in ihrem Auto festsitzt. „Ich finde das überhaupt nicht schlimm, ganz im Gegenteil“, sagt Verena Blum, stellt den Motor ihres Wagens ab und läuft die wenigen Meter zur Straße, um einen Blick auf die Teilnehmer des Radsport-Rennens zu erhaschen, das vom 29. August bis 1. September über vier Etappen ausgetragen wird. „Wann hat man schon mal eine solche Gelegenheit“, freut sich die Korbacherin über das unvorhergesehene Erlebnis, von dem sie später ihren Freunden berichten will.

Es sind vielleicht einige Dutzend, die gemeinsam mit der 22-Jährigen in der prallen Sommersonne ausharren, einen Ort weiter sollen es ein paar mehr sein, in Dörnberg nämlich haben sich Vereine zusammengetan, um eine kleine Fanmeile aufzubauen. Von alledem kriegen die Radprofis nicht viel mit, während sie von Netze kommend über Naumburg, Elbenberg, Balhorn und Martinhagen gen Habichtswald rasen. Blaulicht und Sirenengeheul unzähliger Polizeiautos und Motorräder kündigen dann um Punkt 13.14 Uhr, etwas früher als geplant, die aus Breitenbach heranrauschende Karawane an.

Dann geht alles ganz schnell. Nicht mal zwei Minuten dauert es, da ist das Spektakel auch schon wieder vorbei und alle Fahrer samt Mannschaftsfahrzeugen schon so gut wie in Dörnberg. Von dort geht es für sie nach Zierenberg und über den Berg nach Ehrsten. Weitere Stationen im Landkreis Kassel: Ahnatal, Espenau, Fuldatal und Hann. Münden, dann schließlich in Richtung Göttingen. Und überall das gleiche Bild: Gespenstisch leere Straße, zumindest bis sie eintreffen, die Radsport-Cracks um Emanuel Buchmann.

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