Abfallentsorgung Kreis Kassel hat ersten Abfallsammler mit Hybridantrieb in Betrieb

Dieses Müllauto spart Sprit

Umweltfreundliches Fahrzeug: Michael Kottkamp, der das neue Sammelfahrzeug fährt, zeigt Vizelandrätin Susanne Selbert, wo die Stickstoffzylinder angebracht sind. Foto:  Henke

Wolfhagen/Hofgeismar. Die Abfallentsorgung des Landkreises Kassel fährt künftig umweltfreundlicher. Der Kreisbetrieb hat auf der Kreisabfalldeponie Kirschenplantage in Hofgeismar einen neuen Lkw als Abfallsammler vorgestellt, der mit einem Hybridantrieb ausgestattet ist.

Das neue 175 000 teure Fahrzeug soll bis zu 30 Prozent Sprit sparen. Davon werde letztlich auch der Gebührenzahler profitieren, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert. Denn der geringere Spritverbrauch schlage sich in der Kostenkalkulation nieder. Zudem fielen geringere Kosten für die Bremswartung an.

Zwei Antriebe

Das Fahrzeug arbeitet mit zwei unterschiedlichen Antrieben. Der verwendete hydraulische Hybridantrieb speichert die Brems- und Schubkraft und unterstützt beim Gasgeben einen herkömmlichen Dieselmotor. Anders als beim elektrischen Hybridantrieb, bei dem eine Batterie als Speicher dient, sind es beim hydraulischen System mit Stickstoff gefüllte Zylinder. Dieses System eigne sich besonders gut für schwere Fahrzeuge, die häufig bremsen müssen, sagte Carsten Mielke, Abteilungsleiter bei der Abfallentsorgung.

Äußerlich ist das neue Fahrzeug bis auf die zwei zwischen Fahrerkabine und Aufbau angebrachten Stickstoffzylinder nicht von einem herkömmlichen Abfallsammler zu unterscheiden. Doch wer genau hinhört, kann es am Fahrgeräusch erkennen: Bei jedem Bremsvorgang heult es leise auf. Dann wüssten die Bürger in Trendelburg und Vellmar, auf den Touren, wo es meistens eingesetzt wird, „jetzt ist wieder das umweltfreundliche Abfallauto da“, sagt Susanne Selbert scherzhaft.

Der Landkreis Kassel übernehme mit dem Einsatz eines solchen Fahrzeugs eine Vorreiterrolle in der Entsorgungswirtschaft, sagte die Vizelandrätin. Hessenweit sei es das erste Müllsammelfahrzeug mit Hybridtechnik, ansonsten liefen nur in Nordrhein-Westfalen einige dieser Lkw. Es sei geplant, bei künftigen Ersatzbeschaffungen auf solche Hybridfahrzeuge zurückzugreifen. Die Mehrkosten in Höhe von 25 000 Euro hätten sich nach etwa fünf Jahren amortisiert, sagte der Leiter der Abfallwirtschaft, Uwe Pietsch. Ein Müll-Lastkraftwagen sei schon zehn bis elf Jahre im Betrieb.

Von Gerd Henke

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