Dubiose Gewerberegister: Geschäftsleute werden abgezockt

Sieht aus wie ein Behördenschreiben: Das „Gewerberegistrat“ gibt sich amtlich, tatsächlich steckt dahinter eine private Abzocke-Firma aus Berlin. Foto:  Ketteritzsch

Kreis Kassel. Sie sind aufgemacht wie amtliche Schreiben, und wer der Aufforderung in den vermeintlichen Behördenbriefen nachkommt, ist schnell einige Hundert Euro los:

Auch im Landkreis Kassel erhalten Gewerbetreibende gegenwärtig wieder Briefe von Betreibern sogenannter Gewerberegister.

Darin werden die Firmen aufgefordert, bis Ende April Informationen über den Betrieb (darunter Branche, E-Mail- und Internetadresse) per Fax-Rückantwort an ein „Gewerberegistrat“ mit Sitz in Berlin zu senden.

Was viele Gewerbetreibende in der Vergangenheit übersehen haben: Der „Standardeintrag“ in das Register, das geht aus dem Kleingedruckten in dem Schreiben hervor, kotet 588 Euro pro Jahr. „Hat man erst einmal unterschrieben, werden die Beiträge fällig und man ist in den meisten Fällen sogar auf ein Abonnement heringefallen“, warnt Manuel Dietrich vom Gewerbeprüfdienst des Landkreises Kassel. Die Vorgehensweise der Registraturunternehmen bewege sich „am Rande der Legalität“.

Vor allem jene Gewerbetreibenden, die sich erst vor Kurzem selbstständig gemacht hätten, seien „leichte Beute“ für die Abzocker, so Dietrich. Er rät daher: Post immer genau prüfen und nichts vorschnell unterschreiben. Für die Einträge in das Gewerberegister gelte: Finger weg!

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