Abschied von Philippinenthal

Ehepaar Lezius verlässt nach 41 Jahren Wolfhager Land

Sabine Schröder-Lezius und Michael Lezius vor ihrem Sommerhaus in Philippinenthal.
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Haben ein straffes Programm: Sabine Schröder-Lezius und Michael Lezius wollen in vierzehn Tagen die Umzugskartons in Travemünde ausgepackt haben. 

Es schwingt ein Hauch von Wehmut mit, wenn Michael Lezius umringt von Blumen und auf seiner Gartenbank sitzend vom eigenen Wochenendhaus in Philippinenthal spricht. Denn bei diesem Besuch ging es nicht nur darum, die Corona-Zeit in seiner Wahlheimat Hamburg zu vermeiden, sondern auch, das Haus auszuräumen und sich vom Garten, Wolfhagen und Nordhessen zu verabschieden.

Phillipinenthal – 41 Jahre lebte er in Nordhessen, davon 23 Jahre in Philippinenthal. „Ich werde jetzt 78 Jahre alt und schaffe die Arbeit im Garten nicht mehr, wir haben nun ein Sommerhaus in Travemünde gekauft“, so Lezius. Aus ökologischen Gründen entschied sich das Paar außerdem, ihr Auto zu verkaufen und dafür zwei E-Bikes anzuschaffen.

„Wir haben das Wolfhager Land nun noch einmal neu als E-Bike-Land erlebt, denn wir fahren nicht nur zum Twistesee, sondern auch nach Wolfhagen, Landau, Oelshausen oder Volkmarsen“, erklärt der 78-Jährige.

Ursprünglich zog den gebürtigen Rheinländer die Arbeit nach Nordhessen, denn als Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes AGP traf er 1979 die Entscheidung, mit dem Verband und seiner damaligen Frau, die später starb, nach Kassel umzuziehen. „Unser Wohnhaus haben wir dann in Ahnatal gebaut, meine vier Kinder sind dort aufgewachsen.

Lebensmittelpunkt wurde nach Hamburg verlegt

Wir hielten aber immer Ausschau nach einem geeigneten Ort für ein Wochenendhaus“, so der 78-Jährige. Die Wahl fiel schließlich auf Philippinenthal. Zwei Jahre lang habe er mit dem Grundstücksbesitzer diskutiert, bis dieser dem Verkauf zustimmte. Als Lezius 2007 in den Ruhstand ging und er seine Frau Sabine heiratete, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg.

„Früher waren wir natürlich oft mit den Kindern hier, ich habe zwei leibliche und zwei Pflegekinder, die bringen jetzt schon ihre eigenen mit her“, erzählt Lezius. Nach 13 Jahren in der Hansestadt habe er nun vier Monate ununterbrochen erlebt, wie sein Garten blüht. Tatsächlich findet sich im Garten des Paares allerlei Botanik.

Bevor das Paar in diesem Jahr die Reise nach Nordhessen startete, gab es für den 78-Jährigen noch eine Überraschung. „Es war Freitag, der 13. Dezember letzten Jahres, dieses Datum werde ich nie vergessen“, schmunzelt Lezius. Ein Brief flatterte ins Haus, mit der Nachricht, dass der Bundespräsident ihn für das Bundesverdienstkreuz am Bande vorgesehen hat.

„Am 17. Februar habe ich es dann erhalten, für meinen Einsatz für Pflegekinder und den Kinderschutz“, erzählt er.

Langweilig wird es dem 78-Jährigen ohne Nordhessen aber nicht: „Ich bin mit meiner Yagmur Gedächtnisstiftung beschäftigt, denn ich plane die 6. Gedenkveranstaltung im Hamburger Rathaus.“

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