Zäher Kampf gegen alten Transporter

Ehlen: Ärger um abgemeldeten Sprinter auf Dorfplatz

Wilfried Volkwein am Dorfplatz in Ehlen vor dem Transporter, der nach seinen Angaben seit mehr als einem Jahr unrechtmäßig auf der Parkfläche abgestellt ist. Er sei weder zugelassen, noch versichert. 
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Ärgert sich: Wilfried Volkwein am Dorfplatz in Ehlen vor dem Transporter, der nach seinen Angaben seit mehr als einem Jahr unrechtmäßig auf der Parkfläche abgestellt ist. Er sei weder zugelassen, noch versichert. 

Wenn es um den Dorfplatz in der Mitte des Habichtswalder Ortsteils Ehlen geht, verstehen die Volkweins keinen Spaß. Das Ehepaar Wilfried und Regina Volkwein wohnt direkt gegenüber und hat die Fläche, die zum Verweilen einladen soll und angrenzend fünf Parkplätze anbietet, von ihrem Haus aus im Blick.

Nachdem die beiden schon vor gut fünf Jahren einen zähen Kampf darum führten, dass ein in der Nähe wohnender Unternehmer dort nicht seinen Lastwagen abstellen darf und die fünf Parkbuchten künftig nur noch für Pkw zur Verfügung stehen sollten, geht es jetzt gegen einen gelb-blauen Mercedes Transporter, der schon seit deutlich über einem Jahr an Ort und Stelle steht und seither auch keinen Millimeter bewegt worden sei, berichtet Wilfried Volkwein.

Da die Gemeinde vor fünf Jahren der Forderung der Volkweins auf Beschränkung der Parkfläche nur für Pkw nicht folgte, dürfte ein Mercedes Sprinter eigentlich dort abgestellt werden. Dieses Exemplar aber nicht, denn, sagt der 64-Jährige, der Wagen habe weder Zulassung noch Versicherung. Und damit, so Wilfried Volkwein, der beruflich in der Versicherungsbranche tätig ist, dürfe das Fahrzeug nicht im öffentlichen Raum stehen. „Der steht aber so schon seit dem 24. Februar 2019 hier“, sagt Volkwein, er habe sich dazu „ein bisschen was aufgeschrieben“.

Unternehmer wollte Fahrzeug kaufen

Dazu gehören auch Ergebnisse seiner Recherche, wie der Wagen überhaupt am Dorfplatz gelandet ist. Volkwein erzählt von einem ortsansässigen Unternehmer, der das Fahrzeug habe kaufen wollen, zuvor aber in einer örtlichen Werkstatt den Zustand des Vehikels prüfen ließ. Laut Volkwein sei der Transporter aber ziemlich hinüber, deshalb sei es auch nicht zum Kauf gekommen. Das Auto sei dann mittig auf dem kleinen Parkplatz am Dorfplatz deponiert worden.

Seither habe man ein ums andere Mal die Gemeindeverwaltung angespitzt und das Ordnungsamt versucht zu mobilisieren. „Ich gehe zu jeder Bürgerversammlung“, sagt Regina Volkwein, um auf den Missstand hinzuweisen. Denn man möchte, versichert das Ehepaar, dass der Dorfplatz ein schmuckes Fleckchen im Herzen Ehlens bleibe. „Wir wollen es ruhig und ordentlich“, sagt Wilfried Volkwein. Längst sehe es rund um den Sprinter völlig ungepflegt aus, die Ecke hinter dem Fahrzeug sei mehrfach von Passanten als Toilette missbraucht worden.

Ordnungsamt forderte Eigentümer zum Entfernen des Fahrzeugs auf

Zwar habe die Ordnungsbehörde zwischenzeitlich an der Windschutzscheibe einen roten Aufkleber mit der Aufforderung an den Eigentümer zum Entfernen des Autos angebracht, der habe sich aber nicht lange gehalten. Bis zum 12. Januar, sagt Volkwein, sei laut Aufkleber die Frist bis zum Entsorgen des Fahrzeugs gelaufen. Seither habe man mehrfach beim Ordnungsamt angefragt.

Für Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue besteht kein Zweifel: „Das ist eine Provinzposse“, ein schnöder Nachbarschaftsstreit.

Dem würde auch Ordnungsamtsleiter Alexander Ashauer nicht widersprechen. „Grundsätzlich ist es so, dass sich die Volkweins auch schon über den Lkw beschwert haben, als er noch zugelassen war“, sagt der Behördenleiter. Er gibt den Volkweins aber auch recht, dass jetzt, da Versicherungsschutz und Zulassung fehlen, der Mercedes zu entfernen sei. Dazu habe man per Aufkleber wie in solchen Fällen üblich, aufgefordert. Ohne Erfolg.

Der Verwaltungsakt laufe weiter. „Wir sind auf der Suche nach dem Eigentümer“, sagt Ashauer, „und das ist in dem Fall nicht einfach“. Aber man sei dran mit dem Ziel, „dass das Auto wegkommt“. Oder aber es werde wieder zugelassen. „An den Haken nehmen dürfen wir das Fahrzeug jedenfalls erst mal nicht“, sagt Ashauer, ganz gleich wie sehr ihm die Volkweins im Nacken sitzen.

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