Gesamtbild im Altkreis eher differenziert – Grund: Bodenqualität

Einkommen der Bauern höher – aber kein Jubel

Wolfhager Land. Die Bauern verdienen wieder mehr – diese Aussage von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner gilt für den Altkreis Wolfhagen nur eingeschränkt. Im Vergleich zum Jahr 2010 stehen die Landwirte sicher besser da, sagte Reinhard Schulte-Ebbert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Kassel.

Doch das Gesamtbild sei im Altkreis sehr differenziert.

„Wir hatten im vorigen Jahr insgesamt eine positive Preisentwicklung bei Raps und Getreide“, berichtet Schulte-

Reinhard Schulte- Ebbert

Ebbert. Beispiel: Für 100 Kilogramm Weizen erzielten die Landwirte zwischen 16 und 20 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr davor lag der Preis dafür noch bei unter 16 Euro. Allerdings habe nicht jeder Landwirt von der Preisentwicklung profitiert, da viele Bauern dennoch Ertragseinbußen wegen schlechter Böden verzeichneten. Denn die Qualität der Böden sei im Wolfhager Land sehr unterschiedlich, so Schulte-Ebbert.

Schwierig war das vergangene Jahr für die Schweine- und Ferkelerzeuger: Diese mussten für Futtermittel höhere Preise zahlen, bekamen aber für ihre Tiere am Ende nicht mehr als zuvor. Die Zahl der Schweinemastbetriebe ist im Wolfhager Land eher gering. Nach Angaben des Geschäftsführers gibt es im Altkreis sechs größere Betriebe.

Eine stabile Entwicklung gibt es hingegen beim Milchpreis. Dieser halte sich derzeit bei durchschnittlich 35 Cent pro Liter. Noch vor zwei Jahren bekamen die Landwirte lediglich bis zu 21 Cent. Doch auch hier müssen die Bauern mehr für das Futter der Tiere ausgeben. Landwirtschaftliche Betriebe, die sich auf Milchproduktion spezialisiert haben, gibt es laut Schulte-Ebbert im Altkreis hauptsächlich in Wolfhagen und in Naumburg.

Von Vera Glass

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