Ansturm auf E-Autos

Elektro-Mobilität: Händler im Wolfhager Land melden Kaufanstieg 

Stromer beim Laden
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Stromer beim Laden

Einen regelrechten Ansturm auf elektrisch betriebene Autos bekommen aktuell die Autohäuser im Wolfhager Land zu spüren.

Obwohl es wohl wenige umstrittenere Themen als die E-Mobilität gibt, erfreuen sich die alternativen Fahrzeuge insgesamt in Hessen an stetig wachsender Beliebtheit. Grund dafür ist ein Milliardenprogramm, mit dem Staat und Hersteller bis 2025 den Kauf eines Elektroautos fördern. So sollen die E-Fahrzeuge nach Aussage der Regierung massentauglich werden.

Importeuro profitieren aktuell mehr

Profiteure seien zum aktuellen Zeitpunkt vor allem Importeure wie beispielsweise Renault, erklärt Michael Möller, Geschäftsführer des Renault Autohauses Möller in Balhorn. Das E-Flaggschiff „Zoe“ überzeuge mit schnellen Lieferzeiten von zwei bis drei Monaten. Anders sieht das bei Volkswagen und Seat aus. Der VW „e-Golf“, der aufgrund der Einführung des VW „ID 3“ nicht mehr gebaut wird, sowie der Seat „mii“ können zum aktuellen Zeitpunkt nicht bestellt werden. Auch Käufer eines VW „e-Up“s müssen sich bis zum zweiten Quartal 2021 gedulden.

„Der Zoe wird bereits seit dem Jahr 2013 verkauft, wir bieten aktuell die vierte Generation an“, so Möller. Die Frage, ob er einen deutlichen Ansturm wahrnehme, beantwortet er mit einem klaren „Ja“. „Die Kunden kaufen zwar nicht alle direkt ein Auto, aber die Nachfrage nach Informationen ist groß.“

Im Verlauf der letzten sieben Tage habe er fünf Stromer verkauft. „Der Zoe bekommt einen Nachlass von 10 000 Euro. Das setzt sich aus 6 100 Euro vom Staat und 3 900 Euro vom Hersteller zusammen.“

Der südkoreanische Konzern Hyundai bewegt sich mit dem neu erschienen „Kona“ nah am Zoe. „Insgesamt kommt man beim Kona auf einen Preisnachlass von rund 9 000 Euro“, erklärt Jan Schwarz vom Autohaus Schwarz in Wolfhagen. Ebenso wie Michael Möller sei ihm eine starke Nachfrage in der vergangenen Woche aufgefallen.

Franziska Fuchs, Geschäftsführerin vom Ford-Autohaus Güde in Wolfhagen bewertet den Anstieg als noch zumutbar. „Natürlich haben wir einen Anstieg der Nachfrage bemerkt. Unser Ford Kuga Plug-in Hybrid wurde innerhalb der letzten Woche, drei mal verkauft“, so Fuchs. Die Lieferzeiten liegen aktuell bei rund 22 Wochen, erklärt die Geschäftsführerin. In einem ähnlichen Zeitspektrum bewegt sich derzeit der Skoda Citigo und der Audi E-tron.

Staat fördert Kauf mit bis zu 6 000 Euro

Beim Kauf eines E-Autos mit einem Listenpreis unter 40 000 Euro gibt es rund 6 000 Euro Zuschuss. Bislang waren es nur 4 000 Euro. E-Autos, die mehr als 40 000 Euro kosten, werden rund 5 000 Euro günstiger.

Schon 2019 wurden Stromer immer beliebter, so gab es laut Kraftfahrtbundesamt 63 281 neu zugelassene Fahrzeuge. Das klingt bei insgesamt rund 47 Millionen Autos auf deutschen Straßen nicht viel, entspricht aber einem Zuwachs von 75 Prozent im Vergleich zu 2018.

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