Neues Familienbuch

Enorme Fleißarbeit: Den Altenstädter Ahnen auf der Spur

Interessante Lektüre: Bernd Ritter blättert in seinem Exemplar des Einwohner- und Familienbuches. Foto:  Norbert Müller

Altenstädt. Es geht auch um Mord und Totschlag, vor allem aber um die Einwohner Altenstädts in der Zeit von 1650 bis 1900. Das neue Familienbuch ist eine Fundgrube für Ahnenforscher.

Raue Zeiten hat Altenstädt in seiner langen Geschichte erlebt, auch Mord und Totschlag. Der Fleißarbeit von Mario Arend ist es zu verdanken, dass die heutigen Bewohner des Ortes von Gräueltaten der Vergangenheit erfahren, aber auch von weniger Spektakulärem.

Dazu hat der Südhesse Mario Arend, dessen Vater aus Altenstädt stammt, und der sich brennend für Ahnenforschung interessierte, die alten Kirchenbücher aus der Zeit von 1650 bis 1900 gesichtet und die Grundlage für das „Einwohner- und Familienbuch Altenstädt“ geschaffen. Als Mario Arend 2013 im Alter von 52 Jahren starb, stand sein Werk kurz vor der Vollendung. Sein Bruder Andreas nahm sich des Projektes an, holte den erfahrenen Heimatgeschichtler Martin Kugler aus Balhorn dazu, der die Nachbearbeitung und Fertigstellung des Buches erledigte.  

Nun liegt das fast 900 Seiten dicke Werk druckfrisch vor. Neben Geschichtsvereinen und Genealogen ist es vor allem für die an ihrer Familiengeschichte interessierten Altenstädter interessant. Dazu gehört ohne Zweifel auch Bernd Ritter. Er hat im Buch seinen Vorfahren nachgespürt und ist im Stammbaum der Familie auf Theiß Ritter gestoßen, den im Frühjahr 1650 ein übles Schicksal ereilte: Er wurde von seinem Nachbarn Riccus Strippelmann nach einem Streit mit einem Knüppel erschlagen.

Die Pfarrer haben in den Kirchenbüchern über die Jahre eben nicht nur rein verwaltungsmäßige Vorgänge wie Hochzeiten und Taufen festgehalten, sondern auch Vermerke über weltliche Besonderheiten wie Straftaten oder Brände.

Und so besteht das Familienbuch nicht nur aus Namen mit den dazu gehörenden Daten wie Geburts- und Todestag, Hochzeit und Kinder sowie Querverweisen zu anderen Familienangehörigen. Es finden sich immer wieder Stellen, die einen Blick in Altenstädter Geschichte eröffnen. Und Dank der Mitarbeit von Arends Tante Änne Briel sind aus neuerer Zeit auch viele überlieferte Spitznamen festgehalten.

Das Einwohner- und Familienbuch gibt es zum Preis von 19,50 Euro beim früheren Ortsvorsteher Bernd Ritter,
0561/490-14189, und über www.altenstaedt.de.

Von Norbert Müller

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