Federkleider ziehen Blicke auf sich

Erich Pflüger trennt sich nach über 30 Jahren von seiner Pfauenzucht

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Ein Tierliebhaber: Nach über 30 Jahren trennt sich Erich Pflüger von seiner Pfauenzucht. Die prächtigen Augenfedern verschenkt er noch heute gerne wie einen Strauß Blumen.

Ich bin ein Tierliebhaber“, erklärt Erich Pflüger unmittelbar nach der Begrüßung und das, was er im folgenden Gespräch berichtet, unterstreicht diese Aussage zweifelsfrei.

Bereits im Alter von zehn Jahren habe der Wolfhager die ersten Brieftauben gehabt und die Zucht viele Jahre lang betrieben. Hohe Auszeichnungen gab es für die Erfolge seiner Brieftauben, sogar vier Goldmedaillen des deutschen Verbandes der Brieftaubenzüchter kann er vorzeigen und ist sichtlich stolz darauf. 450 Tauben habe er zu seinen Höchstzeiten im Schlag gehabt und es sei schon ein imposantes Bild gewesen, wenn alle Tauben zusammen eine Runde über das Haus gedreht hätten.

Liebe zur Tieren

Doch nicht nur Tauben züchtete der Malermeister erfolgreich. Schäferhunde waren seine Passion, ebenso Deutsche Doggen. Als sich Tochter Sandra für das Reiten interessierte, wurden Bruder Erich und auch Vater Erich Pflüger mit in den Bann gezogen. Ein Stall für die Tiere wurde auf dem eigenen Grund an der Siemensstraße gebaut und eine eigene Zucht gestartet. Auch hier zeigte Erich Pflüger Geschick und Fachwissen, sodass seine Pferde hohe Preise erzielten.

„Eines Tages war aber Schluss mit den Pferden“, berichtet der heute 83-Jährige, „wir haben alle dieses Hobby aufgegeben.“ Strauße zogen dann bei Pflügers ein, gefolgt von Pfauen. War es zunächst nur Tochter Sandra, die sich für die Vögel interessierte, begeisterte sich bald auch Erich Pflüger dafür.

„Ich habe mir eine weiße Henne gekauft und sie Waldeck genannt“, sagt der Tierfreund. Waldeck ist inzwischen 31 Jahre alt und hat über 100 Küken ausgebrütet. Und obwohl Erich Pflüger nun seine Zucht aus Altersgründen aufgeben muss, steht sie ebenso wenig zum Verkauf wie der Hahn, der nur kurz nach ihr in die großzügige Voliere am ehemaligen Pferdestall zog.

Es folgten weitere Tiere, sodass bald ein weißes, ein blaues und ein weiß-blaues Pfauenpaar die Blicke der Passanten auf sich zog. Denn die schönen Vögel waren nicht nur in der Voliere, bis zu 17 Vögel liefen frei auf dem großen Grundstück umher und stellten ihre Federn zur Schau. „Regelmäßig sind mir einige entwischt“, erinnert sich der Züchter. Der hohe Zaun sei für die Pfauen nur bedingt ein Hindernis: „Pfauen können so gut fliegen wie Tauben.“

Auf dem nahe gelegenen Verkehrsschild an der B450 habe Henne Waldeck mal einen halben Tag gesessen, bis sie – untypisch für Pfauen – von alleine zurückkam. Andere Vögel suchten das Weite und nicht alle von ihnen konnte Erich Pflüger wieder einfangen.

Jedes Jahr im Mai legt die Pfauenhenne bis zu acht Eier aus denen nach 29 Tagen Brutzeit Küken schlüpfen, die kleiner als Hühnerküken sind. Mit Mehlwürmern fütterte der Züchter die Tiere an, um sie an ihren Futterplatz und das Futterritual zu gewöhnen. Dort gab es später für die Tiere neben ausreichend Wasser vier verschiedene Futtersorten. Darunter auch Katzenfutter als besonderer Leckerbissen. Das Federkleid der Pfauen wächst von November bis Februar und wird im Juli wieder abgeworfen. Auf diese Weise konnte Erich Pflüger im Laufe der Jahre viele der prächtigen Federn sammeln, die er gerne wie einen kleinen Blumenstrauß verschenkt.

Von der großen Zucht sind heute noch drei blaue Paare geblieben, die alle im Mai 2018 geboren wurden. Für sie sucht Erich Pflüger nun ein neues Zuhause, während Henne Waldeck und ihr Hahn auch weiterhin in der Siemensstraße bleiben dürfen. Sie erhalten dort ihr Gnadenbrot.

„Der Abschied von den Pfauen fällt mir eigentlich nicht schwer“, sagt der Tierliebhaber, „sie müssen nur in gute Hände kommen.“ (Gitta Hoffmann)

Marktplatz: Erich Pflüger trennt sich von seiner Pfauenzucht

Bis zu 17 Vögel waren in der in der Voliere oder liefen frei auf dem großzügigen Grundstück umher.
Bis zu 17 Vögel waren in der in der Voliere oder liefen frei auf dem großzügigen Grundstück umher. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen.
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Die Pfauen in der Voliere.
Die Pfauen in der Voliere. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Henne Waldeck zog vor über 30 Jahren bei Erich Pflüger ein. Sie wird auch weiterhin bei ihm ihr Gnadenbrot erhalten und steht nicht zum Verkauf.
Henne Waldeck zog vor über 30 Jahren bei Erich Pflüger ein. Sie wird auch weiterhin bei ihm ihr Gnadenbrot erhalten und steht nicht zum Verkauf. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Flugtüchtig: Werden den Pfauen nicht die nachwachsenden Schwingen gestutzt, können sie sehr gut fliegen. Manches Mal endete der Ausflug nicht nur im Baum auf dem Grundstück, sondern führte die Vögel durchaus weiter weg.
Flugtüchtig: Werden den Pfauen nicht die nachwachsenden Schwingen gestutzt, können sie sehr gut fliegen. Manches Mal endete der Ausflug nicht nur im Baum auf dem Grundstück, sondern führte die Vögel durchaus weiter weg. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Flugtüchtig: Werden den Pfauen nicht die nachwachsenden Schwingen gestutzt, können sie sehr gut fliegen. Manches Mal endete der Ausflug nicht nur im Baum auf dem Grundstück, sondern führte die Vögel durchaus weiter weg.
Flugtüchtig: Werden den Pfauen nicht die nachwachsenden Schwingen gestutzt, können sie sehr gut fliegen. Manches Mal endete der Ausflug nicht nur im Baum auf dem Grundstück, sondern führte die Vögel durchaus weiter weg. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen.
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen.
Nachwuchs: Einmal im Jahr legen die Hennen bis zu acht Eier, aus denen nach 29 Tagen Brutzeit die Küken schlüpfen. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Imposant: Der Anblick eines Pfaus mit geschlagenem Rad ist immer wieder beeindruckend.
Imposant: Der Anblick eines Pfaus mit geschlagenem Rad ist immer wieder beeindruckend. © Erich Pflüger / R epro: Gitta Hoffmann
Henne Waldeck zog vor über 30 Jahren bei Erich Pflüger ein. Sie wird auch weiterhin bei ihm ihr Gnadenbrot erhalten und steht nicht zum Verkauf.
Henne Waldeck zog vor über 30 Jahren bei Erich Pflüger ein. Sie wird auch weiterhin bei ihm ihr Gnadenbrot erhalten und steht nicht zum Verkauf. © Erich Pflüger / Repro: Gitta Hoffmann
Wunderschön anzusehen: Wenn die Pfauen ihr prächtiges Rad schlagen, bleiben regelmäßig nicht nur Fußgänger am Zaun von Pflügers stehen, um das Schauspiel zu bestaunen. Auch Autos halten gezielt an, sodass Fahrer und Beifahrer einen längeren Blick auf die Vögel werfen können.
Wunderschön anzusehen: Wenn die Pfauen ihr prächtiges Rad schlagen, bleiben regelmäßig nicht nur Fußgänger am Zaun von Pflügers stehen, um das Schauspiel zu bestaunen. Auch Autos halten gezielt an, sodass Fahrer und Beifahrer einen längeren Blick auf die Vögel werfen können. © Erich P flüger / Repro: Gitta Hoffmann

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