Kommunalwahl im Landkreis Kassel

Auf ruhigen Start folgt Betrieb in den Lokalen

Keine Langeweile: Auch in der Wolfhager Stadthalle, wo Roman Krettek (vorn links), Claudia Kesper und Christoph Weinrich (rechts) die Wahlzettel ausgaben, herrschte am Nachmittag reger Betrieb.
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Keine Langeweile: Auch in der Wolfhager Stadthalle, wo Roman Krettek (vorn links), Claudia Kesper und Christoph Weinrich (rechts) die Wahlzettel ausgaben, herrschte am Nachmittag reger Betrieb.

Punkt 8 Uhr öffneten am Sonntag die Wahllokale, bis aber Betrieb herrschte, sollte es etwas dauern. Die befürchtete Flaute wegen der großen Nachfrage nach Briefwahlunterlagen im Vorfeld der Kommunalwahl blieb aber aus.

Wolfhager Land – Im Wahllokal I im Naumburger Haus des Gastes spricht nach dem Schichtwechsel um 13 Uhr Vieles für einen langweiligen Nachmittag. „Wir hatten in der ersten Stunde bis 14 Uhr gerade mal neun Wähler“, sagt Wilburg Kleff vom Wahlvorstand.

Das hat auch seine Vorteile: In den vier Wahlkabinen kann man sich die Zeit nehmen. Selbst das ausgiebige Kumulieren und Panaschieren, das Verteilen von einzelnen Kreuzen an favorisierte Kandidaten für den Kreistag, für das Stadtparlament und den Ortsbeirat, kann man in aller Ruhe zelebrieren. Und das eine Kreuz für den Landratskandidaten ist ja eh schnell gemacht.

Ein weiterer positiver Aspekt: Nach jedem Wähler, nach jeder Wählerin wird die jeweilige Wahlkabine mit Desinfektionsmittel gereinigt. Das übernimmt meist Anke Jacobi, die erstmals als Wahlhelferin am Start ist und dann auch gleich zusammen mit ihrem Mann Berthold im gleichen Wahlvorstand. „Sprühen, wischen und fertig“, kommentiert Anke Jacob die Arbeitsschritte zur Sicherheit des Publikums.

Viele Wähler denken selbst daran, ihren Beitrag zur Minimierung einer Infektionsgefahr durch das Corona-Virus zu leisten. Die meisten haben ihren eigenen Stift zum Ankreuzen mitgebracht, in den Kabinen selbst werden von der Stadtverwaltung keine ausgelegt. Wer einen eigenen Kuli vergessen hat, bekommt einen gestellt, in den Wahllokalen gibt es genügend in Reserve.

Ab 14 Uhr trudeln dann deutlich enger getaktet Wähler ein. Tobias Lieb und sein Bruder Stefan gehören dazu. Wegen Corona per Brief zu wählen sei für beide keine zwingende Alternative gewesen. „Ich mache mir hier keine Sorgen. In Naumburg gibt es derzeit keine Fallzahlen“, sagt Tobias Lieb. An der Arbeit sei man eher gefährdet als hier im Haus des Gastes, „wo Platz ist“, und dazu auch immer ein Fenster zur Lüftung geöffnet.

Michael Noe hat zur Stimmabgabe seinen Hund Wolke mitgebracht. Der muss dann auch nicht lange auf dem Arm des Herrchens aushalten, denn der hat seine Kreuze schnell gemacht: „Ich habe meine Präferenzen“, sagt er, und dann wähle er noch ein paar „Leute, die ich mag“. Die mehr als hundert einzelnen Kreuze zu verteilen, „das machen im Wahllokal wohl die Wenigsten“.

Zu den Wahllokalen in der Wolfhager Stadthalle führt nur ein Eingang, über zwei Ausgänge kommen die Wähler dann aber getrennt raus. Am Eingang gibt es am Nachmittag immer wieder kleinere Schlangen, die sieben Kabinen sind meist komplett besetzt. Auch um die Mittagszeit soll es schon ordentlich Betrieb gegeben haben.

„Wir hatten bislang auch noch keinen Maskenverweigerer“, sagt Roman Krettek, der am Entrée mit Claudia Kesper und Christoph Weinreich die Stimmzettel ausgibt. Alle hielten sich an die Spielregeln. Ein Verweigerer hätte den Ablauf mächtig aufhalten können. Wegen der Höherwertigkeit des Wahlrechts hätte man wohl einen Einzeldurchlauf mit anschließender aufwendiger Desinfektion des Raums ermöglichen müssen.

Manuela Matthaei, die fürs Desinfizieren zuständig ist und zudem die Besucher, die nicht genau wissen, wo es lang geht, lenkt, ist ein wenig überrascht: „Ich dachte, die Leute machen alle Briefwahl. Wenn ich hier nicht dienstlich wäre“, sagt die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, „würde ich das hier nicht machen“.

Die, die kommen, haben offenbar angesichts ausgetüftelter Hygienekonzepte keine Angst, sich eine Infektion einzufangen. So, wie auch Matthias Raschendorfer in Naumburg: „Ich habe hier keine Sorge wegen Corona. Man geht ja auch in die Geschäfte.“ Er gehe klassisch wählen, weil „ich dachte, es geht hier einfach schneller als bei der Briefwahl.“

Von Norbert Müller

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