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Firma Green with IT baut in Leckringhausen Kompetenzzentrum für effizientes Heizen auf

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Von: Antje Thon

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Der Landkreis Kassel unterstützt den Aufbau eines Kompetenz- und Weiterbildungszentrums für digital gestützte Heizwärme-Effizienzmaßnahmen in Leckringhausen in der Alten Schule. Landrat Andreas Siebert (links) übergibt Förderbescheid an Verena Weiß und Jörg Lorenz von der Green with IT Nordhessen GbR.
Der Landkreis Kassel unterstützt den Aufbau eines Kompetenz- und Weiterbildungszentrums für digital gestützte Heizwärme-Effizienzmaßnahmen in Leckringhausen in der Alten Schule. Landrat Andreas Siebert (links) übergibt Förderbescheid an Verena Weiß und Jörg Lorenz von der Green with IT Nordhessen GbR. © Antje Thon

Wer beim Heizen auf Öl und Gas setzt, dem dürfte spätestens mit der gegenwärtigen Kostenexplosion klar geworden sein, dass diese Energiequellen problematisch sind. Hinzu kommt der immense Kohlendioxidausstoß, den die fossilen Energieträger mit sich bringen und der überhaupt nicht mehr in die Zeit passt.

Leckringhausen – Konzepte, die zeigen, wie Heizen effizient und klimafreundlich gelingt, hat die Green with IT Nordhessen GbR, die sich in Leckringhausen niedergelassen hat. Vorstandsvorsitzender Jörg Lorenz und Verena Weiß bauen dort derzeit ein Kompetenz- und Weiterbildungszentrum für digital gestützte Heizwärme-Effizienzmaßnahmen auf.

Bei der Standortwahl haben sich Lorenz und Weiß ganz bewusst für eine ländliche Region entschieden und vor allem mit der Alten Schule in Leckringhausen, in der einst das Hugenottenmuseum untergebracht war, für ein Gebäude, das von seinen bauphysikalischen Voraussetzungen eine Herausforderung ist. Ziel sei es, aus dem schlecht gedämmten, denkmalgeschützten Haus ein Null-Emissions-Haus zu machen, das Vorbildcharakter hat, sagt Lorenz. Dabei setzen die neuen Eigentümer des einst kommunalen Gebäudes unter anderem auf Solarenergie, Wärmepumpe, Wärmerückgewinnung, Heiz- und Kühlmatten im Bereich der Decken und des Dachs – kurzum: auf gebäudenah erzeugte Wärme und damit auf eine Versorgungsvariante, der aus Sicht von Lorenz die Zukunft gehört und bei der die kommunalen Energieversorger wie die Stadtwerke umdenken müssen. Denn Kern dieses Konzeptes ist es, Energie am Haus zu erzeugen und dort auch zu verbrauchen. Da werde nicht mehr viel bleiben vom Strom, der auf dem Dach erzeugt wird und als Überschuss ins Netz regionaler Versorger eingespeist werden könnte.

Wenn die Sanierung der Alten Schule spätestens im Frühjahr 2024 fertig ist, soll das Gebäude aus dem Jahr 1895 ein Juwel sein, in dem kommunale und private Bauherren, Planer, Handwerker, Energieexperten, Multiplikatoren aus Wissenschaft und Politik und auch Fachjournalisten die Möglichkeit haben, „den jeweils neuesten Stand der digital sichergestellten Energieeffizienz live zu erleben“. Das Kompetenzzentrum funktioniert als „lebendes Labor“, in dem Besucher an verschiedenen Stellen durch Plexiglaselemente hinter die Fassade des Null-Emissions-Hauses schauen können. „Alle baulichen Komponenten inklusive IT, Elektronik, Gebäudeautomation und Kommunikationsplattformen bleiben sichtbar und werden nicht hinter Putz versteckt“, kündigt Lorenz an.

Von der Idee war der Landkreis Kassel so begeistert, dass er sich an den Investitionen in das Gebäude und den Aufbau des Zentrums finanziell beteiligt. Landrat Andreas Siebert übergab jetzt einen Förderbescheid des Servicezentrums Regionalentwicklung über knapp 25 000 Euro. Bei dem Zuschuss handelt es sich um EU-Mittel, die zuvor vom Regionalforum Kulturlandschaft Hessenspitze bewilligt worden waren. Der Betrag deckt etwa 35 Prozent der förderfähigen Kosten ab.

Neben Angeboten in der Alten Schule, die sowohl hybrid, als auch vor Ort unter Einbindung des benachbarten Landgasthauses Mulot umgesetzt werden sollen, will Green with IT Nordhessen auch dezentrale Veranstaltungen organisieren. „Wir erleben gerade den Wegbruch einer kompletten Infrastruktur, und zwar in einem rasanten Tempo“, sagt Lorenz hinsichtlich der Energiekrise. Das Problem lasse sich nur über Netzwerke lösen, in die unter anderem Energieversorger, die IHK und Kommunen eingebunden werden müssten.

Er regt zudem zur Bildung von Dorf-Energiegenossenschaften an. Jeder Hausbesitzer, der noch an fossilen Energieträgern hängt, werde irgendwann eine Alternative benötigen. Innerhalb eines Dorfes könnten Gemeinschaftsanlagen angeschafft werden. Dazu zählen etwa große Speicher, die in der kalten Jahreszeit Energie liefern, die in Wärme umgewandelt wird. Bei der Bildung solcher Genossenschaft will die Firma helfen. In Stadtteilen Wolfhagens habe es bereits erste Gespräche gegeben. (Antje Thon)

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