Forstamt warnt: Wildtiere im Stress schaden dem Wald

Im Energiesparmodus: In der Winterzeit sieht man Rehe still und starr auf den Feldern stehen. Dies ist eine raffinierte Überlebensstrategie, um möglichst wenig Kalorien zu verbrauchen. Störungen durch Wintersportler oder hetzende Hunde können den Tieren das Leben kosten und schaden der Forstwirtschaft. Foto: Archiv

Wolfhager Land. Wildtiere haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um den Winter zu überstehen: manche halten Winterruhe oder Winterschlaf, andere ziehen in den Süden.

Alle größeren Säugetiere wie Rehe, Hirsche, Wildschweine oder Hasen bleiben jedoch auch in der frostigen Jahreszeit durchgängig aktiv. „Um den kalten und nahrungsarmen Winter zu überstehen, schaltet ihr Organismus in eine Art Energiesparmodus um, wobei die Körpertemperatur gesenkt und die Herzschlagfrequenz verringert wird“, sagt Theo Arend vom Forstamt Wolfhagen.

„Werden Wildtiere im Winter zu energieraubenden Aktionen wie etwa eine Flucht durch tiefen Schnee gezwungen, verbrauchen sie zu viel Energie.“

Diese Tiere würden im Winter nur noch etwa 50 Prozent der sonst üblichen Futtermenge aufnehmen und zehrten von den Fettreserven, die sie im Sommer und Herbst aufgebaut hätten. Außerdem bewegten sie sich möglichst wenig und legten täglich längere Ruhezeiten ein.

„Werden Wildtiere im Winter zu energieraubenden Aktionen wie etwa eine Flucht durch tiefen Schnee gezwungen, schaltet ihr Körper vom Sparmodus auf körperliche Höchstleitung um, was sehr viel Energie verbraucht“, warnt Arend. Dieser Energieverlust schwäche die Wildtiere und mache sie anfälliger gegen Krankheiten. Auch werden durch Störungen Stresshormone ausgeschüttet, die gesundheitsschädigend sind.

Tod durch Erschöpfung 

Häufige, durch unachtsame Spaziergänger und Wintersportler oder freilaufende Hunde provozierte Fluchten, führten nicht selten zum Tod durch Erschöpfung oder Verhungern.

Ein weiteres Problem betrifft die Forstwirtschaft: Stünden die Tiere ständig unter Strom, müssten sie mehr fressen. Dies führe dazu, dass sie sich über die frischen Knospen der Waldbäume hermachten und großen Schaden anrichten würden, so Theo Arend. Das Forstamt bittet Spaziergänger und Natursportler im Winter grundsätzlich auf den Wegen oder Skirouten zu bleiben. „Unsere Wildtiere sind daran gewöhnt, dass sich in diesen Arealen Menschen aufhalten. Dagegen werden sie durch Querfeldein-Geher in ihren Ruhezonen aufgeschreckt und zu unnötigen Fluchten gezwungen, die sie vielleicht mit dem Leben bezahlen müssen“, appelliert der Forstsprecher.

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