Kommunale Parlamente im Wolfhager Land in Männerhand

Frauenquote stellt Parteien vor Probleme

Wolfhager Land. Frauen sind in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. Die Parlamente im Wolfhager Land sind in Männerhand. Zwar beabsichtigen die großen Parteien seit einigen Jahren, den Frauenanteil über eine Quotenregelung zu erhöhen. Der große Erfolg dieser Bemühungen lässt auf sich warten. Im März 2016 stehen Kommunalwahlen an – eine neue Chance für einen ausgewogeneren Geschlechterproporz.

In der Wolfhager Stadtverordnetenversammlung hat derzeit die SPD das Sagen. Nur einer der 13 Sitze gehört einer Frau. „Was wollen wir machen, wenn es keine Freiwilligen gibt?“, fragt Sabine Scherer, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes. Dabei haben sich die Sozialdemokraten eine Quote auferlegt, nach der 40 Prozent der Mandatsträger weiblich sein sollen. „Für die Kreistagsliste werden wir das auch schaffen“, so Scherer.

CDU-Kreisvorsitzender Frank Williges ist ebenfalls davon überzeugt, dass beim Kreisparteitag Ende des Jahres eine Vorschlagsliste für den Kreistag verabschiedet wird, auf der ausreichend Frauennamen stehen werden – laut Quote soll jedes dritte Mandat an eine Frau gehen. „Probleme haben wir eher bei den Stadt- und Gemeindeparlamenten“, so Williges. Einige Verbände täten sich schwer, generell Leute für die Kommunalpolitik zu begeistern. Das kann Friedhelm Becker, Gemeindeverbandsvorsitzender der CDU Breuna, bestätigen. Unter den sieben Gemeindevertretern seiner Partei gibt es eine Frau. „Ich bin sehr skeptisch, ob wir unsere Listen für die Wahlen 2016 nach dem gewünschten Geschlechterverhältnis aufstellen können.“

Die SPD-Mitglieder werden beim Unterbezirksparteitag am Samstag entscheiden, ob die Frauenquote in die Satzung übernommen wird, kündigt SPD-Chef Uwe Schmidt an. Damit wäre die Quote nicht länger freiwillig, sondern für künftige Nominierungen Pflicht. Zum Tage

Hintergrund, 4. Seite

Von Antje Thon

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