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Freundschaft soll wieder aufleben

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Von: Andreas Hermann

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Attraktion einer Motorradgarde.
Attraktion bei der Jubiläumsfeier in Tergnier: Mitglieder einer Motorradgarde präsentierten sich 2006 beim Fest zum 25-jährigen Bestehen in Wolfhagens französischer Partnerstadt. archi © Katja Rudolph/Sascha Hofmann/privat

Die deutsch-französische Städtepartner Wolfhagen, Zierenberg und Bad Emstal freuen sich über die Wiederwahl des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron

Wolfhagen – Es war knapp, aber es hat gereicht: Emmanuel Macron ist am Sonntag mit 58,6 Prozent der Stimmen als französischer Staatspräsident wiedergewählt worden. In Wolfhagen, Zierenberg und Bad Emstal – den drei Kommunen im Wolfhager Land, die eine deutsch-französische Städtepartnerschaft pflegen – wird die Wiederwahl des als europafreundlich geltenden Liberalen mit Erleichterung aufgenommen.

Denn die bange Frage, was aus der deutsch-französischen Freundschaft unter einer rechtspopulistischen Präsidentin Marine Le Pen geworden wäre, ist damit zunächst vom Tisch.

Nach mehr als zwei Jahren Corona-Zwangspause wollen Wolfhager, Zierenberger und Bad Emstaler ihre Städtepartnerschaften wieder aufleben lassen. In Zierenberg und Bad Emstal gibt es bereits konkrete Pläne für ein Wiedersehen mit den französischen Freunden in diesem Jahr.

Zierenberg gehört zu den ersten Kommunen, die eine Städtepartnerschaft mit Frankreich eingegangen sind

Zierenberg gehört zu den ersten Kommunen, die eine Städtepartnerschaft mit Frankreich eingegangen sind. Schon seit 1967 pflegen die Zierenberger ihre Freundschaft zu Damvillers. Der rund 650 Einwohner zählende Ort liegt nahe Verdun und damit direkt an den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges.

Die inzwischen 55-jährige Partnerschaft zu Damvillers soll 2022 mit einem Fest in Zierenberg gefeiert werden, kündigt der in der Stadtverwaltung für die Partnerschaften zuständige Ralph Homberger an. In der Regel besuche man sich im fünfjährigen Wechsel. Wegen Corona sei dies aber zuletzt nicht möglich gewesen.

Zierenberg wolle im September Gastgeber sein. Dann solle die Partnerschaft endlich wieder in Präsenzform gelebt werden, meint Homberger.

„Ich persönlich bin ganz froh, dass Macron wiedergewählt wurde.“

„Ich persönlich bin ganz froh, dass Macron wiedergewählt wurde“, sagt Stefan Denn, der ehemalige Bürgermeister und Vorsitzende des Zierenberger Städtepartnerschaftsvereins. Was mit einer Präsidentin Le Pen aus der Partnerschaft geworden wäre, sei spekulativ.

Er glaube aber nicht, dass deshalb alle Verbindungen zwischen Zierenberg und Damvillers abgebrochen wären. Dass sich auch die Menschen in Damvillers auf ein Wiedersehen freuen, wisse er durch seine Kontakte nach Frankreich. „Sie möchten gerne wieder nach Zierenberg kommen.“

Wie Stefan Denn berichtet, will Zierenberg die Gäste aus Damvillers im September zum Fest zur Gebietsreform vor 50 Jahren willkommen heißen. 2017 sei zum 50-jährigen Bestehen der Partnerschaft das letzte große Zusammentreffen gewesen.

Die französische Partnerschaft Wolfhagens ist seit 1981 das rund 15 000 Einwohner zählende Tergnier

Die französische Partnerstadt Wolfhagens ist seit 1981 das rund 15 000 Einwohner zählende Tergnier. „Für die Städtepartnerschaft können wir alle nach der Macron-Wiederwahl aufatmen“, meint Christiane Witte, die Vorsitzende des Wolfhager Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaften.

Schon 2021, als bei der Bürgermeisterwahl in Tergnier ein Rechter angetreten sei (der aber nicht gewann), habe man sich Gedanken darüber gemacht, was dann aus der deutsch-französischen Partnerschaft werden würde.

Für die Menschen in der rund 120 Kilometer nördlich von Paris gelegenen Stadt stelle Präsident Macron aber nur „das kleinere Übel“ dar, betont Witte. Das wisse sie durch viele und langjährige Kontakte nach Tergnier.

Partnerschaft zwischen Wolfhagen und Tergnier hätte 2021 bereits 40-jähriges Bestehen feiern sollen

Eigentlich hätte die Partnerschaft zwischen Wolfhagen und Tergnier bereits 2021 ihr 40-jähriges Bestehen feiern sollen, das sei aber wegen Corona nicht möglich gewesen. Hier wie dort überlege man aktuell, wann und wie die Feier des runden Partnerschaftsgeburtstages nachgeholt werden könnte. Konkrete Pläne gebe es aber leider noch nicht, so Witte.

Die Gemeinde Bad Emstal ist seit 1986 mit Les Ponts-de-Cé verbunden, einer knapp 13 000 Einwohner zählenden Stadt im Tal der Loire. „Ich habe mich gefreut, dass es Macron wieder geworden ist“, sagt Lydia Gerstner von der Bad Emstaler Gemeindeverwaltung.

Mit Macron könne die Partnerschaft wie gewohnt fortgesetzt werden, ist auch die für die Städtepartnerschaften zuständige Kollegin Carmen Cron überzeugt.

In Bad Emstal wird bereits das erste große Wiedersehen nach Corona vorbereitet

Im Laufe der Jahre hätten sich viele und enge Freundschaften entwickelt. Diese wären auch bei einem Präsidentschaftswechsel nicht einfach verloren gegangen. Dennoch sei es mit Macron einfacher als mit der Europa-Skeptikerin Le Pen.

In Bad Emstal wird bereits das erste große Wiedersehen nach Corona vorbereitet. So werden die Franzosen über Pfingsten (4. bis 6. Juni) erwartet. Das letzte Treffen war 2019. Im Juni sollen neben Bürgermeister und Gemeinderatsvertretern auch Jugendliche und ein Chor aus Les Ponts-de-Cé zu Gast sein. Cron: „Wir sind schon voll in der Planung und freuen uns darauf. (Andreas Hofmann)

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