Vom Frühstückstisch ins Museum: Emaillebecher waren einst sehr beliebt

Bei häufigem Gebrauch und zunehmendem Alter zeigten sich häufig Gebrauchsspuren: Die Emaillierung konnte abplatzen, und dann fing das Metall eben doch an zu rosten. Foto: nh

Wolfhagen. Die Adventszeit hat begonnen. Und auch zuhause greift man jetzt gern zu einem Heißgetränk, sei es Tee, Kaffee oder Schokolade. Bis in die 1960er-Jahre tranken vor allem Kinder bevorzugt aus Emaille-Bechern.

Wir wissen nicht, was aus dem Emaillebecher, der sich heute im Regionalmuseum Wolfhager Land befindet, vorzugsweise getrunken wurde. Doch mag es eher Kakao oder heiße Milch gewesen sein, denn es handelt sich bei dem Exponat um eine Tasse für Kinder. Der weiß emaillierte Becher aus Stahlblech ist am oberen Rand rot abgesetzt, und auch der Ohrenhenkel erstrahlt in rot.

Auf der Vorderseite ist ein schlittenfahrender Junge abgebildet, im Hintergrund, in weiter Entfernung, sieht man ein eingeschneites Gebäude. Das Kind ist warm eingepackt mit Handschuhen, Mütze und Schal und winkt dem Betrachter freundlich zu.

Rostfrei

Der Becher stammt vermutlich aus den 1950er-Jahren. In dieser Zeit waren Emailleprodukte im Haushalt noch sehr beliebt. Vor allem emaillierte Kochtöpfe und Pfannen konnten sich durchsetzen, denn sie rosteten nicht - ganz im Gegensatz zu den zuvor benutzten gusseisernen Kochgerätschaften oder den Kannen und Kesseln aus Blech. Emailprodukte waren preiswert, robust und leicht zu reinigen, so die einhellige Meinung. Auch für Kinder schaffte man gern Emailgeschirr an, war es doch haltbarer als Glas, Keramik oder Porzellan und gab vielleicht auch einmal ein preiswertes Weihnachtsgeschenk ab.

Von Edelstahl verdrängt

Erst mit Aufkommen von Edelstahl- und Kunststoffprodukten seit den 1960er-Jahren wurden Emailwaren aus dem Haushalt zunehmend verdrängt. Heute gibt es sie vornehmlich als Campingzubehör.

Von Beate Bickel

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