Neujahrsschießen der Sander Sportschützen mit historischen Schwarzpulverwaffen

Fuchs und lahme Schnecke

Schwarzpulverschießen beim Sportschützenverein Sand: Eröffnet wurde das Neujahrsschießen durch den Vorsitzenden Erich Mey mit Böllern aus einer nachgebauten historischen Kanone. Foto:  zih

BAD EMSTAL. Für Danilo Ienco war es eine besondere Doppelpremiere. Denn der mit der Sander Sportschützin Caroline Grimm liierte 20-Jährige aus dem Kanton Zürich in der Schweiz versuchte sein Glück und Können zum ersten Mal als Schütze. Er schoss im Schützenhaus „Auf den Birken“ des Sander Sportschützenvereins nicht mit den herkömmlichen Druckluft- oder Kleinkaliber-Kurz und Langwaffen, sondern mit ziemlichen Ungetümen. Nämlich mit historischen Schwarzpulver-Vorderladergewehren und -pistolen.

Es war ein ungewöhnliches Erlebnis für den jungen Schweizer beim zum siebten Mal von den Sander Sportschützen veranstalteten offenen Neujahrsschießen. „Trotz des Gehörschutzes war es ein sehr lautes Vegnügen“, sagte Ienco, „zudem ist es mit Gestank verbunden, an den man sich aber schnell gewöhnt“. Wobei Danilo aber am Ende mit seiner Premiere sehr zufrieden war. Mit dem Perkussionsgewehr belegte er unter fast 40 Teilnehmern mit 41 von möglichen 50 Ringen Rang 16. Mit der Pistole standen bei ihm als 21. nur 16 Ringe zu Buche, in der Kombinationswertung beider Waffen landete er auf Platz 17.

In der Gewehrwertung hatten als beste Tagesschützen Ingo Cron sowie Jörg Schmidt jeweils 46 Ringe erzielt. Im notwendigen Stechen schaffte Ingo eine Neun, sein Kontrahent nur eine Acht. Dritter wurde Alexander Maul (45). Beim Pistolenschießen mischte der Sandershäuser Gastschütze Axel Schell die Sander Schwarzpulverphalanx auf, siegte mit 43 Ringen vor Jörg Schmidt (40) sowie Alexander Winning (37). Kommentar des mehrfach schon an Deutschen Meisterschaften teilgenommenen Kurzwaffensiegers: „Eigentlich bin ich ja Gewehrschütze, die Vorderladerpistole war noch nie mein Ding.“

Die Kombinationswertung sicherte sich Jörg Schmidt (86) vor Axel Schell (85) und Falk Siegmann (78). Als beste Dame konnte Caroline Grimm (55 Ringe) ausgezeichnet werden, den Titel der „lahmen Schnecke“ als Letzter der Kombinationswertung gab es für Helmut Winning (21). Wobei aber für alle Teilnehmer im Tombolalosvefahren Sachpreise ausgelobt waren.

Das Neujahrsschießen mit den historischen Vorderladerwaffen mit Knall, Pulverdampf sowie dem Fuchs, wie die durch das Schwarzpulver entstehende und aus der Laufmündung austretende Feuerzunge genannt wird, fand unter strenger waffenrechtlicher Aufsicht statt. Sportschützen mit einem Sprengschein überwachten die Veranstaltung. Geschossen wurde mit den historischen Waffen im Kaliber 45 (11,4 Millimeter) auf nostalgische Motivscheiben. (zih)

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