Geburtshilfe in der Wolfhager Klinik schließt

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Baut ab: Die Wolfhager Klinik verliert ihre geburtshilfliche Abteilung.

Wolfhagen. Ab 31. Januar 2014 wird es in der Wolfhager Klinik keine Geburten mehr geben. Wie Inga Eisel, Sprecherin der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) am Dienstag bestätigte, wird die Geburtshilfe an der Wolfhager Klinik Ende Januar eingestellt.

In einem Schreiben der drei Belegärzte, die auch die Geburtshilfe in der Klinik betreuen, wird als „zentraler Grund“ der akute Fachkräftemangel in der Kinderkrankenpflege der Wolfhager Klinik genannt.

Weil im kommenden Jahr die Haftpflichtprämien für die Beleghebammen weiter ansteigen, hätten sich „alle Beleghebammen ebenfalls entschieden, ihre Tätigkeit in der Geburtshilfe einzustellen“.

Alle anderen gynäkologisch-operativen Leistungen an der Kreisklinik Wolfhagen würden weiterhin angeboten.

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Ende März dieses Jahres wurde die bislang selbstständig im Obergeschoss der Klinik untergebrachte Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in das darunter liegende Stockwerk verlegt und ist seitdem auf einer Etage mit der Chirurgie und den Belegabteilungen HNO und Urologie untergebracht. Durch die Umstrukturierung wurde die Anzahl der Stationen im Haus von drei auf zwei reduziert, dadurch konnten drei examinierte Pflegekräfte eingespart werden.

Bereits bei Bekanntwerden dieser Umstrukturierung hatte ein Bündnis von Belegärzten von einem ebenso überflüssigen wie riskantem Manöver gesprochen. Der Sprecher dieses Bündnisses, Dr. Dirk Gumbel, sagte im März, man sehe die Entwicklung mit Sorge. Die Gynäkologie in Wolfhagen genieße mit ihrer Geburtshilflichen Abteilung „einen hervorragenden Ruf in der Region“. Ihre Attraktivität stehe auf dem Spiel. Man befürchte negative Folgen für den Standort Wolfhagen.

Im Jahr 2012 kamen in der Wolfhager Klinik 256 Kinder zur Welt, das waren rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Von Norbert Müller

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