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Warum die Zeitumstellung Gefahren für Autofahrer birgt

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Von: Johannes Rützel

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Wild wechselt oft in Dunkelheit oder Dämmerung die Straßenseite. Meist sind es mehrere Tiere.
Wild wechselt oft in Dunkelheit oder Dämmerung die Straßenseite. Meist sind es mehrere Tiere. © Fredrik von Erichsen/dpa

Autofahrer aufgepasst: Das Wild muss sich erst an die neuen Hauptverkehrszeiten gewöhnen. Vor allem zu einer Uhrzeit wird es gefährlich.

Wolfhagen – Mit der Zeitumstellung fällt die Dämmerungszeit, in der sich die heimischen Wildtiere auf Nahrungssuche begeben, wieder in die Hauptverkehrszeit am späten Nachmittag. Dann ist auf den Straßen besondere Vorsicht geboten. Jedes Jahr kommt es laut Deutschem Jagdverband auf Hessens Straßen zu knapp 10 000 Wildunfällen, hauptsächlich mit Reh- oder Schwarzwild. Die Wolfhager Polizei rückt fast täglich zu einem Unfall aus.

Zu welcher Tageszeit kommt es besonders häufig zu Wildunfällen?

Während der Dämmerung ist Wild besonders aktiv. Insbesondere zwischen 6 und 8 Uhr morgens ist das Risiko für einen Zusammenstoß hoch, teilt der ADAC Hessen-Thüringen mit. Am Abend wird es nach der Zeitumstellung eine Stunde früher dunkel. Es dämmert also schon gegen 17 Uhr, wenn also viel Verkehr auf den Straßen herrscht. „Beim Wild tritt Gewöhnung an die Verkehrszeiten ein“, erklärt Thomas Kühne, Vorstandsmitglied im Kreisjagdverein Wolfhagen. Die nächsten drei bis vier Wochen stelle es sich um, bis dahin sei vermehrt mit Wildwechsel zu rechnen.

Auf welchen Strecken ist Wildwechsel am wahrscheinlichsten?

Vor allem im Grenzbereich zwischen Feldern und Wald gibt es Wildwechsel, sagt Thomas Kühne.

Das Wild wechsele aus der Deckung auf die Wiese, um zu fressen. Zwischen Wolfhagen und Ehringen gebe es so eine Stelle. Auch um Ippinghausen ist Wildwechsel wahrscheinlich. Karsten Turski von der Polizei Wolfhagen erfährt auch immer wieder von Wildunfällen im Bereich Naumburg, Breitenbach und Sand. Turski und Kühne empfehlen beide aus Sicherheitsgründen, langsamer zu fahren und auch den Fahrbahnrand aufmerksam zu beobachten.

Wie reagiert man am besten, wenn Wild vor einem die Straße quert?

Der ADAC empfiehlt, wenn ein Tier am Straßenrand steht, kontrolliert zu bremsen, das Fernlicht abzublenden und zu hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die des Menschen, das Fernlicht blendet und macht die Tiere orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten. Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Autofahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver erhöht das Unfallrisiko, besonders wenn das Auto in den Gegenverkehr gerät oder die Fahrt am Baum endet.

Was tun, wenn es zum Zusammenstoß mit Wild kam?

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen und Warndreieck aufstellen. Danach die Polizei anrufen, selbst wenn das Tier geflüchtet ist. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann. Wer sich traut, kann laut Thomas Kühne das tote Tier auch von der Fahrbahn ziehen – ansonsten macht das der Jäger.

Wer kommt für den Schaden eines Wildunfalls auf?

Die Polizei oder der Jäger stellt vor Ort eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung für den Wildunfall dient. Teilkaskoversicherungen übernehmen die Schäden. (Johannes Rützel)

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