Oktober und November die gefährlichsten Monate

Gefahr von Wildunfällen steigt: Bereits 122 Fälle im Altkreis

Wolfhager Land. In den nächsten Wochen nimmt die Gefahr von Wildunfällen stark zu: Oktober und November sind die Monate mit den meisten Unfällen mit Wildtieren, gefolgt vom Monat Mai.

Gründe dafür sind das Zusammenfallen von Dämmerung und Dunkelheit mit den Spitzenverkehrszeiten und erhöhten Aktivitäten verschiedener Tierarten.

Die Zahl der Wildunfälle  in Deutschland ist deutlich gestiegen. Das geht aus der Statistik des Deutschen Jagdverbandes (DJV) hervor. Demnach wurden in der Jagdsaison 2012/13 bundesweit knapp 210.000 Wildunfälle gezählt - sieben Prozent mehr als in der Saison davor. 20 Menschen kamen dabei ums Leben, etwa 3000 wurden verletzt, den Schaden beziffert der Verband auf rund eine halbe Milliarde Euro. Im Altkreis Wolfhagen hat die Zahl der Wildunfälle schon im ersten Halbjahr 2014 zugenommen: Nach Auskunft von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch  waren es in 2013 insgesamt 115 und in diesem Jahr schon 122 Unfälle.

Vor allem die Zahl der Unfälle mit Wildschweinen schnellte in die Höhe. 22.000 Wildschweine kamen in der Saison deutschlandweit unter die Räder. Das ist ein Plus von 29 Prozent. Die Prognosen für diese Saison sind nicht besser.

Dies habe mit einer Zunahme der Wildschweinpopulation zu tun, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Und dies wiederum hänge mit dem vermehrten Maisanbau hier zusammen.

Diesmal komme erschwerend hinzu, dass es quasi keinen Winter gab und viele Wildschweine überlebt hätten, erklärt Zindel. Beim Forstamt hofft man jedoch, dass sich die Wildschweine wegen der guten Buchenmast vermehrt im Wald aufhalten.

Darauf könne man bei den Rothirschen nicht hoffen. Die befinden sich noch bis Mitte Oktober in der Brunft und können bis dahin aufgrund ihrer Größe für schwere Unfälle auf den Straßen sorgen, warnt Zindel.

Von Bea Ricken

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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