Schule mit neuer Vision

Grundschule in Balhorn darf sich jetzt „pädagogisch selbstständig“ nennen

 Schulleiterin Marcella Jakobi vor der Balhorner Grundschule
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Freut sich: Schulleiterin Marcella Jakobi darf ihre Schule ab dem nächsten Schuljahr „pädagogisch selbstständig“ nennen.

Die Grundschule in Balhorn darf sich ab dem kommenden Schuljahr pädagogisch selbstständig nennen. Das heißt, dass die Schule den Schritt zu mehr Eigenverantwortung macht. „Wir können den Unterricht nun weiter so gestalten, dass die Klassen eins und zwei sowie die Klassen drei und vier zusammen eingeteilt werden“, freut sich Schulleiterin Marcella Jakobi.

Insgesamt 14 Schulen in Hessen gehen den Schritt der pädagogischen Eigenverantwortung. Mit der Umwandlung in eine pädagogisch selbstständige Schule (PSES) erhalten sie die Möglichkeit, bei der Erreichung der Bildungsziele – parallel zu den Bildungsstandards – pädagogisch neue Wege zu gehen.

So können diese Schulen insbesondere Unterricht fächer- und jahrgangsübergreifend erteilen, Konzepte zur stärkeren Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern in die Gestaltung des Unterrichts entwickeln oder Rückmeldungen über den Lernfortschritt und den Leistungsstand der Schüler in Form einer schriftlichen Bewertung anstelle von Ziffernnoten geben, erklärt Jakobi.

Es ist mit viel Arbeit verbunden, gleich zwei Klassen mit einem unterschiedlichen Lernniveau zu unterrichten

Marcella Jakobi, Schulleiterin

Eine Umstellung für die Lehrkräfte sei es jedoch allemal. „Es ist mit viel Arbeit verbunden, gleich zwei Klassen mit einem unterschiedlichen Lernniveau zu unterrichten“, stellt die Schulleiterin klar. Der Gedanke der jahrgangsgemischten Klassen sei vor allem, dass Kinder, die etwas mehr Zeit brauchen, diese auch bekommen.

Flexibeles Wechseln durch neues Konzept möglich

Es ist so beispielsweise auch ein drittes Jahr in der Stufe eins und zwei möglich, ohne direkt in eine komplett neue Klasse zurückzufallen. „Die Schüler kennen ja ihre Klassenkameraden bereits, da sie dann schon ein Jahr mit ihnen Unterricht hatten“, so Jakobi.

Auch möglich wäre, dass Kinder direkt von der Stufe eins und zwei im zweiten Jahr in die Stufe drei und vier wechseln. „Kinder lernen am besten, wenn sie anderen Kindern etwas erklären“, so die Schulleiterin. Durch das miteinander und voneinander lernen, welches in den jahrgangsgemischten Klassen möglich wird, bekommen die insgesamt 74 Kinder die Chance, Themen zu wiederholen und wenn nötig aufzuarbeiten.

Kultusminister von Programm überzeugt

Auch Kultusminister Alexander Lorz ist von den Änderungen überzeugt: „Unser neues Konzept gibt Schulen die Möglichkeit, bei der Gestaltung des Unterrichts neue Wege zu gehen.“ Das Konzept zeichne sich vor allem dadurch aus, dass die Schulen erweiterte Handlungsspielräume erhalten, um eigene Schwerpunkte zu setzen.

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