Gudrun Sander las in Zierenberg aus Frieda Kahlos Liebesbriefen

Stets den richtigen Ton getroffen: Die Kasselerin Gudrun Sander las aus den Liebesbriefen der Frida Kahlo auf Einladung des Kulturforums Zierenberg. Foto: Hoffmann

Zierenberg. Wenn die Kasselerin Gudrun Sander aus den Liebesbriefen der Frida Kahlo rezitiert, ist ihre Leidenschaft für die „Malerin der Schmerzen" jede Sekunde spürbar. „Ich bin den Briefen irgendwann begegnet und sie haben mich sofort fasziniert", sagte im Zierenberger Rathaus.

Dort las sie auf Einladung des Kulturforums und der Volkshochschule zum 60. Todesjahr der mexikanischen Künstlerin aus deren Vermächtnis. „Die Briefe sind einfach wunderbar, äußerst lebendig, voller Witz und Melanchlie, Selbstanklage und Selbstmitleid, hochdramatsch und wütend“, schwärmt Sander. „Frida Kahlo hatte alle Tonlagen drauf.“

Diese Tonlagen zu treffen, vermag Sander in einer ganz besonderen Weise zu gelingen, wenn sie einem als Zuhörer einen bislang vielleicht verborgen Zugang zu einer faszinierende Persönlichkeit öffnet, die ihr hochdramatisches Leben wie keine andere in der Kunst verarbeitete. Ihre ausdrucksstarken Gemälde begeistern mit Farbenpracht und einer Kombination aus mexikanischer Folklore, scheinbarer Naivität, Fantastik und Symbolik.

Als noch berührender und fesselnder aber erweisen sich ihre von Gudrun Sander rezitierten Briefe an verschiedene Personen, die Kahlos leidenschaftliches, oft verzweifeltes Wesen unverstellt zeigen. Direkt, plastisch, aber auch zart und poetisch - und immer ohne falsche Sentimentalität.

Von Sascha Hoffmann

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