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Alpenverein kauft Gasthaus am Silbersee

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Von: Bastian Ludwig

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Haben noch viel Arbeit vor sich: Manfred Hesse (von links) und Horst Umbach vom Alpenverein mit Matthias Schnücker von Hessen-Forst.
Haben noch viel Arbeit vor sich: Manfred Hesse (von links) und Horst Umbach vom Alpenverein mit Matthias Schnücker von Hessen-Forst. © Bastian Ludwig

Vor zwei Jahren schloss die Gaststätte „Zum Silbersee“, nachdem sie über 70 Jahre lang ein beliebtes Ziel von Wanderern gewesen war. Nach dem Tod der Inhaberin gibt es mit dem Deutschen Alpenverein (DAV) nun einen neuen Eigentümer.

Kassel - Die Kasseler DAV-Sektion plant, das Haus als Mittelgebirgshütte für Tagungen und ökologische-pädagogische Angebote mit Übernachtungsmöglichkeiten für 30 Gäste umzubauen. Dabei sollen Nachhaltigkeitsaspekte im Zentrum stehen. An den Wochenenden ist zudem ein gastronomisches Angebot geplant.

Bevor der Betrieb so richtig beginnen kann, steht ein Umbau des Gasthauses an, das 1949 eröffnet wurde. „Der Sanierungsaufwand ist erheblich“, so Manfred Hesse, Vorsitzender der Kasseler DAV-Sektion. Auf etwa 300 000 bis 400 000 Euro schätzt er den Investitionsbedarf. Aber dies sei nur eine grobe Schätzung.

Der Umbau soll unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgen. Dazu könne etwa eine Fotovoltaikanlage zählen, aber vor allem ein vernünftiger Umgang mit dem knappen Trinkwasser am Standort. Denn die Quelle am Gasthaus liefere im Sommer und Herbst nur wenig Wasser. Deshalb gibt es Überlegungen, Trockentoiletten ohne Spülung zu errichten. Alternativ werde geprüft, die Toilettenspülung mit Regenwasser zu speisen.

„Wir wollen hier ein Modellprojekt realisieren, für das es auch öffentliche Förderungen geben würde“, so Hesse. Weil die Planungen und die entsprechenden Baugenehmigungen etliche Monate Zeit in Anspruch nehmen werden, will der DAV in diesem Jahr zumindest mit einem provisorischen Betrieb beginnen. „Wir streben eine Übergangsnutzung an“, so Hesse. Möglicherweise gebe es schon ab dem Frühjahr ein kleines gastronomisches Angebot für Wanderer.

Nach dem Umbau soll das Haus zum einen den DAV-Mitgliedern für Tagungen und Schulungen offen stehen. Der DAV ist mit ungefähr 6000 Mitgliedern der größte Verein in der Stadt Kassel. Zudem sollen Wald- und Naturpädagogik für Schulklassen und Kita-Gruppen angeboten werden. Auch soll die Hütte zum Übernachten für Fernwanderer offen stehen. Mountainbiker seien ebenso willkommen. „Wir werden aber keinen modernen Komfort bieten, sondern es ist ein Selbstversorgerhaus“, so Hesse.

Blick zurück: Das Gasthaus wurde 1949 eröffnet und bestand bis 2020.
Blick zurück: Das Gasthaus wurde 1949 eröffnet und bestand bis 2020. © Archivfoto: HNA

Unklar sei noch, ob dauerhaft ein Hüttenwart vor Ort sei oder die Hütte mit einem Schloss gesichert werde. Gesucht wird auch noch ehrenamtliches Personal, das sich beim Betrieb der Hütte engagieren möchte.

„Die Kasseler Hütte in den Zillertaler Alpen ist weit weg. Wir gehen davon aus, dass dieses Angebot vor Ort für viele attraktiv ist“, so Horst Umbach, stellvertretender Vorsitzender.

Bei dem Kauf hat der DAV nur das Gebäude erworben. Das Grundstück gehört dem Land Hessen. Der DAV ist aber in den bestehenden Erbpachtvertrag für das Areal eingetreten, der noch eine Laufzeit von knapp 30 Jahren hat. Es soll mit Hessen-Forst aber ein neuer Vertrag geschlossen werden, der dem DAV mindestens 50 Jahre lange Planungssicherheit geben soll.

Hessen-Forst ist froh über die neuen Eigentümer. „Es war klar, dass eine reine Waldgastronomie hier keine Zukunft hatte. Die DAV-Hütte passt ins Naturpark-Konzept“, sagt Matthias Schnücker von Hessen-Forst. (Bastian Ludwig)

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