Alte Buchen in Dörnberg werden gefällt

Bäume an Schule und Bänken sind Sicherheitsrisiko

Müssen gefällt werden: etwa 30 alte Buchen im Umfeld der Dörnberger Grundschule. Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer hat die Sperrung veranlasst.
+
Müssen gefällt werden: etwa 30 alte Buchen im Umfeld der Dörnberger Grundschule. Die Bäume befinden sich in der Zerfallsphase. Für Schüler, die den nahen Wald zum Spielen nutzen, ist der Bereich nun gesperrt. Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer hat die Sperrung veranlasst.

Seit 250 Jahren bilden die Buchen am Hang oberhalb der Dörnberger Grundschule einen Wald. Nun müssen sie gefällt werden.

Dörnberg - Im Sommer spendet das dichte Laub der Buchen Schatten, Generationen von Schülern spielten in den Pausen zwischen den dicken Stämmen Fangen und Verstecken. Einzelne Exemplare könnten nach Einschätzung von Revierförster Peter Treude auch 300 Jahre alt sein. Nun sind ihre Tage gezählt. Die Bäume müssen aus Sicherheitsgründen weg, wie Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer kürzlich die Gemeindevertreter informierte.

Um die 30 Bäume sind es neben der Grundschule, weitere Buchen müssen am Sportplatz und entlang des Wanderweges entnommen werden, der Spaziergänger in landschaftlich reizvollen Schleifen hinauf zum Dörnberg führt. „Die Buchen sind faul, krank und hohl“, nennt Treude die Gründe, die nun ein drastisches Einschreiten verlangen. Nach dem jüngsten Sturm hatte der Förster, der seit Januar den Gemeindewald betreut, die Bäume in Augenschein genommen und Alarm geschlagen.

Die Buchen seien sicherlich schon länger in keiner guten Verfassung. Insbesondere beim recht steilen Hang an der Grundschule handele es sich um einen Grenzstandort für Buchen. Das lasse sich daran erkennen, dass die Bäume trotz ihres Alters verhältnismäßig schwache Stämme ausgebildet hätten. Der Boden dort sei extrem steinig, die Wasserverfügbarkeit schlecht. Hinzu komme das hohe Alter der Bäume, deren Zerfallsphase schon vor einigen Jahren begonnen habe. Die trockenen Sommer und die letzten Stürme würden das Absterben des Waldes zusätzlich verschärfen. Ein unabhängiger Gutachter, den die Kommune in der Frage zurate gezogen hatte, habe seine Einschätzung bestätigt, so Treude.

„Wir sind in der Verkehrssicherungspflicht und müssen reagieren“, sagt Faßhauer, dem es selbst um jeden einzelnen Baum leidtue. Längst ist das Areal abgesperrt, rot-weiße Flatterbänder machen deutlich, dass der Wald hinter der Schule als Spielplatz tabu ist. Am nur wenige Meter entfernten Wanderweg sind die Bänke das Problem. Wenn sich aus den Kronen ausgerechnet dann ein Ast löst, wenn Wanderer auf einer der Bänke Platz genommen haben und verletzt werden, werde die Kommune zur Rechenschaft gezogen. Wenn hingegen Personen einen Wald betreten, um in ihm zu wandern oder zu joggen, dann tun sie dies auf eigenes Risiko. Faßhauer und Treude schlagen daher vor, die Sitzgelegenheiten im Gefahrenbereich zu entfernen und an einem geeigneteren Standort wieder aufzubauen. So ließen sich einige der Buchen retten.

Peter Treude wartet nun auf das Signal der Gemeinde, dass die Bäume gefällt werden dürfen. Aus seiner Sicht müsste das noch in dieser Saison erfolgen. Die Aktion dürfte aufgrund des anspruchsvollen Geländes nicht einfach werden. Die Forstwirte müssten die Bäume mit Schlepperunterstützung entnehmen. Die Arbeiten könnten nur bei trockener Witterung vorgenommen werden. Bei der Entnahme wird ein Seil um den Baum gelegt, das am oberhalb stehenden Schlepper über eine Umlenkrolle fixiert ist. Um die Buchen zu Fall zu bringen, werden sie nach oben gezogen. (Antje Thon)

Gefährlicher Sitzplatz: Weil einige Äste bereits abgestorben sind und nach unten fallen könnten, will die Gemeinde Habichtswald die Bänke am Wanderweg unterhalb des Sportplatzes Dörnberg abbauen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.