Baugebiete können kommen

Bürgerentscheid: Mehrheit wünscht sich Bauland in Dörnberg

Die Umschläge mit den Stimmzetteln der Briefwähler: Sie wurden am Sonntagabend im Rathaus der Gemeinde Habichtswald ausgezählt, hier im Bild Briefwahlvorsteher Ernst-Helmar Knappe (links), seine Stellvertreterin Claudia Kloppmann und Wahlleiter Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauerhauer.
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Die Umschläge mit den Stimmzetteln der Briefwähler: Sie wurden am Sonntagabend im Rathaus der Gemeinde Habichtswald ausgezählt, hier im Bild Briefwahlvorsteher Ernst-Helmar Knappe (links), seine Stellvertreterin Claudia Kloppmann und Wahlleiter Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauerhauer.

Die Bürger der Gemeinde Habichtswald haben entschieden: Die Aufstellungsbeschlüsse für die beiden Baugebiete „Höllchenstraße“ und „Saure Breite“ in Dörnberg werden nicht zurückgenommen.

Habichtswald - Beim Bürgerentscheid, den die Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Natur am Südrand von Dörnberg“ auf den Weg gebracht hatte, sprachen sich 62,1 Prozent der Wähler indirekt für eine weitere bauliche Entwicklung des Ortsteils aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,5 Prozent, somit gaben 1737 Personen ihre Stimme ab. Klar seien die Mitglieder der BI ob des Ergebnisses enttäuscht, sagt Ralf Gerstheimer am Sonntagabend – er ist einer der Sprecher. „Dass wir gescheitert sind, müssen wir akzeptieren.“ Er persönlich könne dem Bürgerentscheid dennoch sehr viel Positives abgewinnen. Die Themen Naturschutz, Klimawandel, Flächenverbrauch und Gemeindeentwicklung seien in den vergangenen Monaten sehr präsent gewesen, und die Einwohner hätten sich nun ganz direkt dazu äußern können. Gut sei zudem, dass Ökologie beim Bauen und Innenentwicklung nun verstärkt in der Kommunalpolitik angekommen sei.

Die BI bedauere, dass der Entscheid nicht am Tag der Bundestagswahl stattgefunden habe und man auf diese Mitnahmeeffekte habe verzichten müssen. Zumindest Teile der BI würden sich weiterhin für ihre Gemeinde engagieren, kündigt Gerstheimer an. Im Regionalplan seien für Habichtswald weitere Flächen als Bauland enthalten. Die Frage, wie es mit dem Bauen in der Kommune weitergeht, bleibe aktuell.

Der Wahlausschuss muss das Ergebnis vom Sonntagabend in den nächsten Tagen bestätigen. Dann müssen die Aufstellungsbeschlüsse noch einmal vom Parlament erneuert werden, sagt Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer. Daran schließen sich dann die nächsten Schritte der Bauleitplanung an. Seit Mitte April habe das Vorhaben nun sechs Monate pausiert, eine Zeit, in der die Preise in vielen Bereichen angezogen hätten, sagt Faßhauer. Möglicherweise könnte das mit Mehrkosten für die Gemeinde und später für die Hausbauer einhergehen.

Grundsätzlich ist der Rathauschef aber froh, dass zahlreiche Habichtswalder von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. In den beiden Wahlbezirken in Dörnberg habe der Bürgerentscheid aufgrund der größeren Betroffenheit und Nähe zu den Baugebieten mehr Wähler mobilisieren können als in Ehlen.

4287 Frauen und Männer der Gemeinde hatten am Sonntag und in den Wochen zuvor per Briefwahl die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Davon Gebrauch machten 1737 Personen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 40,52 Prozent. Bei der Bundestagswahl im September waren 83,3 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen getreten. Und die Kommunalwahl am 14. März hatte 55,2 Prozent der Habichtswalder Wahlberechtigten mobilisieren können.

(Von Antje Thon)

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