1.4 Millionen Euro werden investiert

Zweite Beatmungsstation in Hessen entsteht in Dörnberg

Stationäre Einrichtung für beatmungspflichtige Patienten: Natalija Reich investiert 1,4 Millionen Euro in den Neubau an der Wolfhager Straße in Dörnberg. Erste Planierungsarbeiten haben bereits begonnen, im Juni 2015 soll das Gebäude fertig sein. Foto: Thon

Dörnberg. Hessens zweite stationäre Pflegeeinrichtung für erwachsene Beatmungspatienten entsteht derzeit in Dörnberg.

Die Habichtswalderin Natalija Reich (53), Chefin des gleichnamigen Ambulanten Pflegeteams, investiert 1,4 Millionen Euro in den Neubau an der Wolfhager Straße, der bereits im Juni kommenden Jahres in Betrieb genommen werden soll.

In der Einrichtung wird es 15 Plätze in Einzelzimmern geben für Menschen ohne Spontanatmung. Bei ihnen handelt es sich um Patienten mit schweren und schwersten neurologischen Schäden. Sie leiden zum Beispiel unter der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), Amyotropher Lateralsklerose (ALS) oder haben Muskelatrophien. Ihnen gemein ist, dass ihr Zustand stabil ist, sie aber eine dauerhafte, intensive Pflege benötigen und sie keine Chance auf Genesung haben. Es sei nichts Ungewöhnliches, dass diese Klientel in Altenheimen untergebracht werde, sagt Reich. „Da gehört sie aber nicht hin. Was soll ein junger Beatmungspatient in einer Pflegeeinrichtung für Senioren?“

Eins-zu-Eins-Betreuung

Seit Juni 2011 versorgt Natalija Reich mit ihrem Team im gesamten Bundesgebiet Kinder und Erwachsene, die beatmet werden müssen. Ihre Angestellten besuchen die Patienten in deren Wohnungen, um sie zu Hause zu pflegen. „Da immer mehr Menschen bedingt durch Unfall oder Krankheit eine Intensivpflege beziehungsweise eine dauerhafte Beatmung benötigen, wollen wir eine Versorgung in einer Kleinstpflege-Spezialeinrichtung anbieten“, sagt die 53-Jährige, die in Minsk Medizin studiert hat. Die Patienten benötigten eine Eins-zu-Eins-Betreuung. Diese Arbeit sei sehr personalintensiv. Gleichzeitig gebe es einen recht großen Mangel an Pflegefachkräften.

In der Anlage in Dörnberg sollen diese Probleme ausgeschaltet werden. Natalija Reich will 30 Pflegefachkräfte einstellen, bereits jetzt schickt sie Stellengesuche raus, erste Bewerbungen liegen ihr schon auf dem Tisch. Da das Pflegeteam ein Ausbildungsbetrieb ist, sorgt sie auch selbst für Nachwuchs. Vor allem Patienten, die nicht daheim gepflegt werden können und die auch keine Angehörigen haben, können in der Station aufgenommen werden. Das komplette Gebäude wird barrierefrei sein. Nicht alle Patienten seien bettlägerisch, ein Teil sitze im Rollstuhl und sei mobil, sagt Reich.

Kapazitäten will die Habichtswalderin auch für die so genannte Überleitungspflege anbieten. Die greift dann, wenn Personen aus einer Lungenfachklinik entlassen werden, aber für die Pflege daheim noch kein Dienst gefunden wurde.

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