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Gemeindeverwaltung Habichtswald: Seit dem 30. Dezember ist das Internet gestört

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Von: Paul Bröker

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Tiefbauarbeiten sollen die Störung beheben: Im Habichtswald haben Vodafone zufolge 60 Haushalte Störungen bei TV, Fernsehen und Internet. Symbolbild: Monika Wüllner
Tiefbauarbeiten sollen die Störung beheben: Im Habichtswald haben Vodafone zufolge 60 Haushalte Störungen bei TV, Fernsehen und Internet. Symbolbild: Monika Wüllner © Wüllner, Monika

Seit Ende Dezember hat die Gemeindeverwaltung Habichtswald Internetprobleme. Die Verwaltung kann seit dem keine Mails mehr versenden.

Habichtswald – „Wir sind ins vordigitale Zeitalter zurückversetzt worden“, fasst Habichtswalds Bürgermeister Daniel Faßhauer die Situation in seiner Gemeindeverwaltung am Breiten Weg 4 in Dörnberg zusammen. Seit dem 30. Dezember ist die Internetverbindung in dort stark gestört. „Die Kommunikation nach außen ist nicht möglich“, erklärt Faßhauer.

Die Gemeinde sieht ihren Internetanbieter Vodafone dafür in der Verantwortung. Bereits beim Auftreten der Störung habe sich das Unternehmen nicht wie vorgesehen von selbst gemeldet, erklärt Alexander Großmann, Bauhofleiter und IT-Beauftragter der Gemeinde.

Erst auf Nachfrage am 4. Januar, nachdem die städtische IT das Problem zunächst bei sich selbst gesucht hatte, sei von Vodafone die Information einer Flächenstörung durchgedrungen.

Internet nach Arbeiten nicht verbessert

Am vergangenen Freitag sollte deshalb in Dörnberg schon der Bagger rollen und die Störung behoben werden. „Wir haben aber keine Verbesserung bemerkt“, sagt Großmann. Die Download-Geschwindigkeit bewege sich nach wie vor bei maximal zwei Mbit/s, der Upload sei im Kilobit-Bereich.

Die Folge: E-Mails kommen nicht an und gehen auch nicht raus. „Selbst eine Mail mit fünf Zeilen ist schon zu viel“, berichtet Bürgermeister Daniel Faßhauer.

Daniel Faßhauer, Bürgermeister Habichtswald
Daniel Faßhauer, Bürgermeister Habichtswald © Antje Thon

Dabei hat die Gemeinde laut Alexander Großmann eigentlich einen Business-Vertrag abgeschlossen, der über das TV-Kabel maximal 100 Mbit/s verspricht. Großmann, sonst auch als Bauhofleiter bei der Gemeinde tätig, habe in diesen Tagen fast nichts anderes zu tun, als sich um die Kommunikation mit Vodafone zu kümmern, erzählt der Bürgermeister. Bislang seien Störungen nie langer als anderthalb Tage aufgetreten, sagt Großmann.

Am Montag hat der Habichtswalder IT-Beauftragte erneut mit Vodafone telefoniert. „Es gibt wohl ein immenses Störsignal, hat man mir mitgeteilt.“ Deshalb sollen die Leitungen bis zum morgigen Donnerstag ausgemessen werden.

Gemeinde Habichtswald ärgert sich über Vodafone

Die Gemeinde ärgert sich über das Verhalten ihres Internetanbieters. „Für die sind wir ein Floh im Pelz mit unserem kleinen Anschluss“, ärgert sich Alexander Großmann. „Dabei sollte man als Business-Kunde doch bevorzugt behandelt werden.“

Auf den Vorschlag, die gestörte Leitung durch einen Mobilfunk-Router zu überbrücken, sei Vodafone bislang nicht eingegangen. Man wolle dies prüfen, habe ihm Vodafone am Telefon gesagt, erklärt Großmann.

Für die Verwaltung bedeutet die Störung große Einschränkungen. Was vorher ohne viel Aufwand per E-Mail über die Informationssysteme verschickt worden sei, müsse jetzt ausgedruckt und per Post verschickt werden. „Immerhin haben wir einige Datensysteme noch vor Ort, sodass etwa Beschlussvorlagen nicht auf externen Servern liegen“, erklärt der Bürgermeister.

Der neuerliche Vorfall zeige aber auch, wie wichtig es sei, die eigene digitale Resilienz zu stärken. So werde überlegt, manche Systeme komplett autark vorzuhalten und sich nicht auf externe Rechenzentren zu verlassen, sagt Faßhauer.

Internetprobleme bremsen die Verwaltung

Die derzeitige Situation sei dagegen unbefriedigend. „Momentan sind uns die Hände gebunden“, sagt der Bürgermeister, der laut eigener Aussage eigentlich immer gerne mit anpackt. Im vergangenen Jahr sei bereits vieles in die richtige Richtung gegangen: „Etwa eine neue Homepage und mehr digitale Bürgerbeteiligung.“

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte ein Vodafone-Sprecher gestern mit, dass es seit dem 28. Dezember eine lokale Störung in einem Teil seines Festnetzes in Habichtswald gebe, von der bis zu 60 Kunden betroffen seien. Bei ihnen seien TV, Internet und Festnetz-Telefonie vorübergehend nicht oder nur sehr eingeschränkt verfügbar. Darunter auch die Gemeindeverwaltung. Ursache sei ein Anbindungsfehler auf dem unterirdischen Kabelstrang, über den diese 60 Kunden an das Vodafone-Glasfaserkabelnetz angeschlossen sind.

Reparatur ist aufwendig

Zur Behebung dieser Störung müsse ein defektes Bauteil zwischen zwei Verstärkerpunkten dieses Kabelstrangs ersetzt werden. Diese Reparaturarbeiten seien sehr aufwendig, denn es sei zwingend Tiefbau erforderlich. Der örtliche Dienstleister des Internet-Unternehmens messe zunächst alle Netzelemente und mache eine Bestandsaufnahme vor Ort.

Seit dem gestrigen Dienstag laufen laut Vodafone die finalen Reparaturarbeiten vor Ort. Dabei wird das defekte Bauteil durch Tiefbauarbeiten ausgebaut und durch ein neues Netzelement ersetzt. „Anschließend wird die gesamte Zufuhrstrecke im Rahmen unserer Qualitätssicherung noch neu eingepegelt“, so der Sprecher.

Terminiert seien die abschließenden Reparaturarbeiten bis zum morgigen Donnerstag. Im Idealfall hätten die 60 Kunden aber bereits gestern Abend wieder das Glasfaserkabelnetz nutzen können, heißt es von Vodafone.

Das Unternehmen bittet die betroffenen Kunden bis zum Abschluss der Reparaturarbeiten noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für Störung. (Paul Bröker)

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