Boom bei der Kinderbetreuung in Habichtswald

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Nach dem Unterricht gut aufgehoben: Conny Dauber betreut Grundschüler aus Dörnberg. Die Kinder erledigen in der Zeit Hausaufgaben und spielen gemeinsam.

Habichtswald. Es ist gut zwei Jahre her, da drohten den Betreuerinnen in Ehlen und Dörnberg die Kinder für den Schulhort auszugehen.

Immer weniger Eltern wollten ihren Nachwuchs außerhalb der Unterrichtszeiten über Mittag und am Nachmittag in fremde Obhut geben. Die Gemeinde Habichtswald reagierte mit einem neuen Betreuungskonzept. Das ist flexibel und bezahlbar für die Eltern, sagt Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald.

Inzwischen ist die Nachfrage nach Plätzen in der Regelbetreuung (11.30 bis 14 Uhr) und der Nachmittagsbetreuung (14 bis 16 Uhr) sowohl in Ehlen als auch in Dörnberg in die Höhe geschnellt und stellt die Gemeinde vor eine finanzielle Herausforderung. Verbunden mit den gestiegenen Schülerzahlen habe das Personal aufgestockt werden müssen, was auch die Kosten nach oben getrieben habe, sagt Lisa Heinemann im Rathaus zuständig für die Betreuung.

Um die 110 Anmeldungen 

Nach dem alten Konzept wären für das Schuljahr 2012/2013 in beiden Ortsteilen lediglich 50 Kinder angemeldet worden. Tatsächlich aber kamen nach der „kleinen Betreuungsreform“ in jenem Schuljahr mehr als 90 Kinder. Und ein Jahr später waren es um die 110 Anmeldungen. „Auf diesem Niveau haben sich die Betreuungszahlen stabilisiert“, sagt Heinemann. Während die Trägerschaft für die Regelbetreuung in Ehlen weiterhin beim Landkreis Kassel liegt, übernahm vor zwei Jahren für das gleiche Angebot in Dörnberg die Kommune die Verantwortung und stellte Personal ein. „Wir wollten einfach was Neues probieren“, sagt Raue. Das bedeutete auch eine finanzielle Entlastung der Eltern. Zahlten diese zuvor für das umfangreichste Leistungspaket monatlich 192 Euro, so sind es mit dem neuen Modell maximal 92 Euro.

Inzwischen sei das Verhältnis von Kindern zu Betreuungskräften so ungünstig, dass die Gemeinde für das Servicepaket 13 000 Euro zubuttern muss. „Gerechnet hatten wir mit bis zu 6000 Euro Zuschuss“, meint Raue, der nun ankündigt, am Angebot leichte Korrekturen vornehmen zu müssen. So soll es eine moderate Erhöhung der Beiträge für die Eltern geben, die Kinder bei Regel- und Nachmittagsbetreuung anmelden. Zudem sollen die Stunden für das Personal reduziert werden und zwar auf das landkreisweit übliche Niveau. Die Änderungen würden voraussichtlich zum nächsten Schuljahr in Kraft treten. Das Thema wird demnächst im Gemeindevorstand bearbeitet.

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