Soll ins Ortsbild passen 

Bürgerinitiative in Ehlen gegründet: Mitreden beim alten Bauhofareal

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Sehen die künftige Gestaltung des Bauhofgeländes mit gemischten Gefühlen: Sabrina Oeste, hier mit den Zwillingen Ida und Lasse, und Andrea Schumitz befürworten zwar, dass der Schandfleck verschwindet. Gleichzeitig machen sie sich Sorgen, dass in der Nachbarschaft ein Gebäudeklotz entsteht, der sein Umfeld dominiert. Das wollen sie verhindern.

In Ehlen hat sich eine Bürgerinitiative aus zwölf Personen zusammengeschlossen. Sie wohnen in der Nähe des ehemaligen Bauhofs. Ihr Anliegen: Sie wollen bei der Planung mitreden. 

Noch steht nicht fest, für welche der beiden Bebauungsvarianten sich die Kommunale Versorgungskasse Kassel (KVK) als Investorin und Habichtswalds Gemeindevertreter am Standort des ehemaligen Bauhofes in Ehlen entscheiden werden. Eine Forderungen der Bürgerinitiative (BI) Die Bebauung des Grundstücks soll sich optisch dem übrigen Ortsbild und Umfeld anpassen.

Der Gruppe sei es wichtig, ernst genommen zu werden, sagt Sabrina Oeste. Sie ist eine von drei Sprechern und macht sich wie andere Anwohner auch Sorgen vor einer Verschlechterung des Wohnumfeldes. 

Befürchtung, Gebäude könnten Schaden nehmen

Die KVK möchte das frühere Bauhofgelände der Gemeinde abkaufen und auf ihm eine Immobilie mit teilweise barrierefreien Wohnungen und Gewerberäumen errichten. Der Bauausschuss wird sich in seiner Sitzung am 27. August mit den beiden Vorschlägen befassen und eine Empfehlung aussprechen. Ins Parlament kommt das Thema dann am 3. September.

Die Mitglieder der BI „Mitten im Ort“ befürchten, dass durch eine mögliche Verdichtung des Bodens die angrenzenden Gebäude Schaden nehmen könnten. Deshalb drängen sie darauf, auf Kosten des Investors im Vorfeld der Arbeiten ein Gutachten erstellen zu lassen, welches den Zustand der umliegenden Häuser aufnimmt. 

Sabrina Oeste, die seit Anfang des Jahres zwischen Ehlen und Melsungen pendelt und ab November auch ihren Wohnsitz nach Habichtswald verlagern wird, weiß, dass die BI mit ihren Forderungen sehr früh dran ist. „Aber wie oft waren Anwohner schon zu spät dran und gerieten bei Schäden in die Nachweispflicht“, sagt sie.

Aufwertung des Geländes

Grundsätzlich wollen auch die Mitglieder der BI eine Gestaltung und Aufwertung des Geländes zwischen Kasseler Straße und Warmetalstraße. „Eine Bebauung wäre gut. Das ist ja seit Jahren ein Schandfleck“, sagt Andrea Schumitz, deren Grundstück unmittelbar an das Areal grenzt. 

Nach Informationen der BI sieht eine der zur Diskussion stehenden Varianten ein verhältnismäßig hohes Gebäude mit Flachdach vor. „Das würde nicht ins Umfeld passen“, sagt Oeste. Und Schumitz, die direkt nebenan wohnt, bangt um ihre Privatsphäre.

Ansprechpartner bei der KVK gewünscht

Neben der möglichen Rissbildung an Gebäuden und den Sorgen ums Ortsbild treibt die BI-Mitglieder auf die Frage nach den Parkplätzen während und nach der Bebauung um. Auch wünschen sie sich bei der Gemeinde und bei der KVK einen Ansprechpartner. 

Bürgermeister Thomas Raue hat der Bürgerinitiative signalisiert, sich im Nachgang der Gemeindevertretersitzung Anfang September mit den Anwohnern treffen zu wollen. „Doch zuvor müssen bei einem kommunalen Projekt die kommunalen Gremien zu Wort kommen“, so der Rathauschef. Aus diesem Grund wurde die von der BI zunächst für den 23. August geplante Zusammenkunft nach hinten geschoben. Sie wird im September (Termin noch nicht bekannt) stattfinden.

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