Tierischer Ausreißer 

Dörnberg: Ein Schaf findet Unterschlupf bei einer Rinderherde

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Besitzer gesucht: Dieses Schaf befindet sich seit Freitag auf Andreas Heerdts Weide. 

Ein Schaf läuft weg und findet Unterschlupf bei einer Rinderherde. Das ist Rinderhalter Andreas Heerdt in Dörnberg geschehen. Er sucht nun den Besitzer des wolligen Vierbeiners. 

Andreas Heerdt staunte nicht schlecht, als er am Freitag nach seinen drei Rindern auf der Weide am Habichtstein schauen wollte. Statt drei Vierbeiner befanden sich plötzlich vier auf der Wiese. Der Neuzugang: Ein Schaf, dass es sich bei den Rindern gemütlich gemacht hat.

„Es scheint sich um ein noch jüngeres Tier zu handeln“, sagt Heerdt aus Dörnberg, der im Nebenerwerb Landwirtschaft betreibt. Dass es sich um ein männliches Tier handelt, konnte er von Weitem feststellen. Zudem scheint das weiße Tier mit den schwarzen Beinen und dem schwarzen Kopf erst im Frühjahr geschoren worden zu sein.

Vierbeiniger Neuzugang: Andreas Heerdt hält drei Rinder auf einer Weide am Habichtstein. Ein herrenloses, scheues Schaf (im Hintergrund zwischen den beiden Kühen) ist ihm zugelaufen.

Aus der Ferne ist erkennbar, dass das Schaf eine Ohrmarke trägt. „Das deutet darauf hin, dass das Schaf aus einem registrierten Bestand kommt.“ Durch die Ohrmarke ist das Tier beim Hessischen Verband für Leistung und Qualitätsprüfung in der Tierzucht gemeldet, heißt es vom Veterinäramt des Landkreises Kassel. Alle Besitzer, auch solche, die die Tiere privat halten und deren Produkte nicht vermarkten, seien verpflichtet, ihren Tieren eine Ohrmarke anzulegen.

Das Schaf ist allerdings sehr scheu, nähert man sich ihm, ergreift es sofort die Flucht. Darum kann der Rinderhalter nicht auf die Ohrmarke schauen, die Informationen zum Besitzer enthält. Heerdt vermutet, dass es schon einmal schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat und darum so vorsichtig ist. „Die Ohrmarke könnte bei der Identifizierung des Besitzers helfen.“

Schaf frisst gemeinsam mit Rindern

In seiner Heimatgemeinde hat Andreas Heerdt bereits alles in Bewegung gesetzt. „Ich habe alle gefragt, die Schafe besitzen, niemand vermisst eins.“ Er vermutet, dass das Tier weiter aus Richtung Wolfhagen oder gar aus dem Waldeckschen Raum kommt.

Die ersten Tage habe sich das Schaf als sehr resolut erwiesen und die Rinder nahezu über die Weide gescheucht. „Ein Rind sprang vor Schreck sogar über den Elektrozaun, was extrem ungewöhnlich ist.“ Nach den anfänglichen Scherereien scheint es, als haben die Rinder das Schaf in ihrer Mitte akzeptiert. Es frisst gemeinsam mit ihnen und hält sich in ihrer Nähe auf.

Das Schaf, so vermutet Heerdt, sei aufgrund seiner geringen Größe unter dem Zaun durchgeschlüpft.

„Ich hoffe auf ein Happy End. Darauf, dass das Schaf zu seinem Besitzer zurückfindet.“

Hinweise nimmt die Polizei Wolfhagen unter der Telefonnummer 0 56 92 / 98 29 00 entgegen.

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