Aus vollen Kisten Freude schenken

Aktion "Adventskalender andersrum“ stößt auf große Resonanz

Dörnberg - Über 70 Menschen hatten in der Vorweihnachtsszeit 24 Tage lang jeden Tag einen Artikel in eine Kiste gepackt, um Menschen zu helfen, die sich selbst nicht viel leisten können und auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind. Nun zogen die Organisatorinnen Resümee.

Schon am frühen Donnerstagnachmittag gleicht der Wintergarten von Bettina Fröhlich-Burkamp dem Lager eines Supermarktes. An allen Ecken und Enden türmen sich Nudeln, Zucker und Mehl, auf dem Sofa haben es sich Kaffee, Tee und Süßigkeiten gemütlich gemacht, während sich in einem Pappkarton am Boden Zahnbürsten, Seifen und Cremes zusammentun.

„Da haben wir uns ganz schön was eingebrockt“, murmelt Gabriele Wickel, während sie die gefühlt 50. Kiste aus ihrem Auto ins improvisierte Wintergartenlager ihrer Freundin schleppt und ihrer nicht ganz ernst gemeinten Beschwerde ein zufriedenes Lächeln hinterherschickt. Überglücklich ist sie, dass der von ihr und Fröhlich-Burkamp initiierte „Adventskalender andersrum“ auf so viel Resonanz gestoßen ist. „Damit hätten wir wirklich nicht gerechnet“, sagt die ehemalige Lehrerin mit ungläubigem Blick auf die stetig wachsenden Türme aus grünen Kisten, in die Wickel, Fröhlich-Burkamp und deren Tochter Lucy die Produkte für die bald startende Verteilung durch die Wolfhager Tafel vorsortieren.

Über 70 Menschen hatten in der Vorweihnachtsszeit 24 Tage lang jeden Tag einen Artikel in eine Kiste gepackt, um Menschen zu helfen, die sich selbst nicht viel leisten können und auf die Hilfe der Tafel angewiesen sind. „Die Aktion hat sich trotz relativ späten Starts Ende November schnell herumgesprochen, auch dank der sozialen Medien, die so ihrem Namen tatsächlich mal alle Ehre gemacht haben“, sagt Wickel, die besonders von der breiten geografischen Streuung beeindruckt ist. Überall sei fleißig gesammelt worden, von Baunatal über Bad Emstal bis hin ins kleine Philippinenburg.

Viele allerdings hätten nicht nur gesammelt, sondern auch jede Menge Liebe in ihre Pakete gepackt, freut sich Bettina Fröhlich-Burkamp und berichtet von weihnachtlich verpackten Geschenken, handgearbeiteten Strümpfen, kleinen Überraschungen für Kinder und durchweg hochwertigen Lebensmitteln, die sich in der Spendenflut gefunden hätten. Nicht nur das habe sie gefreut, auch die unzähligen positiven Rückmeldungen hätten gezeigt, wie besonders das Projekt sei.

„Uns wurde beispielsweise jede Menge Hilfe beim Sortieren, Verpacken und Pakettransport angeboten, und das, obwohl es ansonsten ja eher schwierig ist, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu begeistern“, so die Dörnbergerin. „Irgendein kleines Geheimnis scheint unserer Aktion innezuwohnen, ein Geheimnis, das die Menschen berührt – vielleicht ist es die Einfachheit, die Überschaubarkeit oder die konkrete Hilfe, die geleistet werden kann.“

Ob es im nächsten Jahr eine Wiederholung geben wird, das wissen die Initiatorinnen noch nicht genau. Bettina Fröhlich-Burkamp: „Das Projekt lohnt auf jeden Fall eine Wiederholung, aber vielleicht fühlen sich diesmal auch andere angesprochen, sich zu engagieren.“

Rubriklistenbild: © Sascha Hoffmann

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