Die ganze Familie fiebert mit

Dörnberger live dabei: Florian Plettenberg berichtet über Fußball-EM

Der gebürtige Dörnberger Florian Plettenberg hat für SPORT1 live aus dem Londoner Wembley-Stadion berichtet.
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Der gebürtige Dörnberger Florian Plettenberg hat für Sport1 live aus dem Londoner Wembley-Stadion berichtet. Sein Finaltipp: Italien gegen England mit einem Sieg für die Engländer.

Er lebt seinen Traum, und dafür nimmt Sportreporter Florian Plettenberg gern in Kauf, dass er ab und an rund um die Uhr unter Strom steht oder – wie er es nennt – „on fire“ ist.

Habichtswald/London – „Ja, es kann ganz schön stressig sein“, sagt der gebürtige Habichtswalder, der niemals zu träumen gewagt hätte, mit 33 Jahren schon sein zweites großes Turnier als Chefreporter von Sport1 erleben zu dürfen. Nach der Weltmeisterschaft 2018 in Russland berichtet er für den führenden TV-Sender in Sachen Sport nun auch von der Europameisterschaft, war am Dienstag dabei, als sich die Nationalelf aus dem Turnier gekickt hat – nicht vorm Fernseher, sondern live vor Ort im Londoner Wembley-Stadion.

„Es war zu erwarten, sie haben einfach nicht das Potenzial abgerufen, das in ihnen steckt“, sagt er und bilanziert: „Das Team hat in einem System gespielt, in dem es sich nicht wohlfühlt, und das hat zu einem verdienten, wenn auch komplett unnötigen Ausscheiden geführt.“

„Es war schon alles irgendwie surreal“

An Plettenbergs persönlichem EM-Erlebnis aber hat das nichts geändert. „Es war schon alles irgendwie surreal“, sagt er und meint damit nicht nur seinen Job zwischen Pressekonferenzen und Liveschalten, sondern auch die Tatsache, nach all den Monaten der Pandemie plötzlich wieder auf Tausende von Menschen zu treffen.

„Wenn du plötzlich von 50 000 Menschen umgeben bist und in einer Live-Schalte von feiernden Fans angesprungen wirst, ist das schon ein komisches, irgendwie aber auch ein gutes Gefühl.“ Immer mit dabei, wenn auch nur am Fernseher: die Lieben daheim in Dörnberg. „Mama, Papa, Bruder und Oma wissen immer, wann ich im Fernsehen zu sehen bin, und das ist mittlerweile wirklich oft, etwa alle zwei Tage.“

Der richtige Draht zu den Profis

Dass er längst zu einer festen Größe in der Fußballberichterstattung geworden ist und auch als FC-Bayern-Experte mit seinem eigenen Podcast „Meine Bayern-Woche“ überzeugt, hat Plettenberg seinem Blick für die besonderen Geschichten links und rechts der Kameras und nicht zuletzt auch seinen guten Kontakten zu Spielern und Offiziellen zu verdanken.

Dabei weiß er genau, wie er jeden Einzelnen zu nehmen hat. „Vor der Kamera sind viele ganz anders als dahinter“, so der Sport1-Experte, ohne zu verraten, wen er dabei im Sinn hat. Er weiß, wie wichtig der direkte Draht zu den Profis ist, geht in seinem Job schließlich nichts über Informationen aus erster Hand.

Immer noch bodenständig

Auch privat pflege er Kontakte zu „den Jungs“, hier und da werde telefoniert und die ein oder andere Nachricht ausgetauscht, mit Michael Ballack etwa, einem seiner Idole. „Auch Uli Hoeneß ruft mich ab und zu mit unterdrückter Nummer an, wenn ich ihm zuvor ein Fax geschickt habe“, verrät Plettenberg. „Vor zwei Wochen habe ich ihn in Ismaning getroffen, da haben wir ein Hintergrundgespräch unter vier Augen geführt und dabei Fußball geschaut.“ Das sei aber mittlerweile eher die Ausnahme, wie der heute in München lebende Nordhesse zugibt: „Die Charaktere, die eher offen sind und das Wechselspiel mit den Medien noch leben, werden immer weniger.“

Doch es gebe sie noch, die Jungs, die „das Herz auf der Zunge tragen“. Robin Gosens und Thomas Müller fallen ihm da spontan ein, immer authentisch, immer direkt, egal ob vor oder hinter der Kamera. „Ich komme mit faszinierenden Menschen und unterschiedlichen Charakteren zusammen, die ich früher nur aus dem Fernsehen kannte oder die sogar auf Postern über meinem Bett hingen“, sagt Plettenberg und ist sympathisch bodenständig, wenn er sagt: „Ich lebe meinen Traum, das ist ein Privileg, und das weiß ich wirklich zu schätzen.“ (Sascha Hoffmann)

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