„Wenn wir uns nicht kümmern, macht es niemand.“

Ehepaar Volkwein will Lkw vom Dorfplatz Ehlen vertreiben

Hartnäckig: Regina und Wilfried Volkwein wollen, dass die Parkfläche des Dorfplatzes in Ehlen nur für Pkw zugelassen wird. In Breitenbach, sagen sie, sei dies ja auch so gemacht worden. Foto:  Norbert Müller

Ein Stück Blech könnte alle Probleme lösen. Ein blaues Schild, das den Dorfplatz in Ehlen mit seinen sieben Stellflächen unmissverständlich als Parkplatz für Autos ausweisen würde.

Das meint zumindest das Ehepaar Volkwein.

Beide wohnen in direkter Nachbarschaft zum Dorfplatz, für den sie schon so manche Schlacht erfolgreich geschlagen haben. Und die nächste wollen sie auch gewinnen.

Nun geht es gegen zwei Lastwagen, die - nach Volkweins fester Überzeugung - zu Unrecht in den Parkbuchten des Platzes abgestellt werden. Von Anwohnern, nach Feierabend bis zum Morgen und durchgehend an den Wochenenden.

Regina und Wilfried Volkwein haben sich schon vor gut acht Jahren an gleicher Stelle mächtig ins Zeug gelegt. Sind den Behörden seinerzeit derart auf die Nerven gegangen, bis die ein Einsehen hatten und man ein verfallendes Fachwerkhaus endlich mit einem Bauzaun absicherte. Und sie gaben erst Ruhe, bis die alte Rattenburg mit der Abrissbirne aus dem Ortsbild geprügelt war. An Stelle des Hauses wurde dann der Dorfplatz angelegt. Sehr zur Zufriedenheit der Volkweins und anderer Anwohner.

Und die beiden Unbequemen fühlen sich weiter dem Platz verpflichtet, auch dem Ortskern selbst, denn, sagt Regina Volkwein, „ich wohne seit 33 Jahren hier, alle anderen Alteingesessenen sind inzwischen fort. Wenn wir uns nicht kümmern, macht es niemand.“

Die beiden Transporter, die Fahrer aus der Nachbarschaft ungerührt auf dem dörflichen Schmuckstück abstellen, sind den Volkweins ein Dorn im Auge: „Im Ortskern ist das auch ein Verlust von Wohnqualität.“

„Seit einem Jahr sind wir nun schon dran“, sagt Ehemann Wilfried. Aber bei Bürgermeister Thomas Raue sei man noch nicht durchgedrungen mit der Forderung nach dem blauen Schild. Der Vorschlag des Verwaltungschefs zur Güte, sagt der 58-jährige Volkwein, sei wenig sinnvoll: Ein Straßenfest solle man organisieren, bei dem sich die feindlichen Parteien bei kühlen Getränken und heißen Würstchen näherkommen, bis der Funke der Verständigung überspringe.

„Wir machen im Spätsommer eine gemeinsame Sitzung mit allen Anwohnern“, erklärt Raue, „dann sollen die sich ins Gesicht sagen, was sie vom anderen wollen“. Er werde das Treffen gemeinsam mit dem Leiter des Ordnungsbehördenbezirks moderieren.  

Ob am Ende dann das blaue Parkschild aufgestellt wird, ist allerdings fraglich. Raue weiß nur zu gut, dass es im alten Ehlener Ortskern nur begrenzten Parkraum gibt. „Mit Schildern ist da nichts zu machen, sondern nur mit gutem Willen.“ Aus Gesprächen mit den Betroffenen habe er erfahren, wohin die Reise ginge, würde das Parken auf den sieben öffentlichen Stellplätzen reglementiert: „Dann stellen die ihre Transporter eine Straße weiter, wo es nicht verboten ist, aber noch mehr stört“. Raue: „Da ist es mir lieber, die stehen auf dem Platz in einer Parklücke, aber der fließende Verkehr funktioniert.“

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