Cevapcici und Currywurst

Ehlener Poststuben feiern ihren 25-jährigen Geburtstag

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Schankstube: Auch hinter der Theke macht Miroslav Grasa eine gute Figur beim Bierzapfen.

Mit seiner „Liebe auf den ersten Blick“, wie Miroslav Grasa sein Restaurant, die Ehlener Poststuben, nennt, feiert er in diesem Jahr Silberhochzeit.

Mit einem großen Jubiläumsmenü am Freitag und Samstag in Ehlen möchte er sich bei seinem Team und den Gästen für die langjährige Treue bedanken.

„Ich bin mit den Ehlener Poststuben verheiratet“, sagt der Koch und Gastronom aus Leidenschaft schmunzelnd. Und wie in einer richtigen Ehe habe es Höhen und Tiefen gegeben und sogar eine zeitweilige Trennung.

Es war eine Fügung des Schicksals, die ihn vor 25 Jahren nach Ehlen führte, sagt Grasa rückblickend. Zu diesem Zeitpunkt hatte der gebürtige Kroate eine gute Position als Direktor des Kurparkhotels in Bad Soden-Allendorf. Doch seinen Traum vom eigenen Restaurant hatte er noch nicht aufgegeben. Deshalb wollte er sich das Gasthaus mit Hotelbetrieb in Nordhessen, von dem ihm ein Lieferant des Kurparkhotels erzählt hatte, erst einmal anschauen. „Als ich das alte Fachwerkhaus in der Kasseler Straße sah, wusste ich, das ist es“, erinnert sich Grasa an die erste Begegnung mit seiner Liebe im Jahr 1994.

Start vor 25 Jahren: Ein altes Foto zeigt die Eröffnung der Ehlener Poststuben in 1994 mit (von links) Steffen Ruppel, Heike Abel und Miroslav Grasa. 

Er kaufte das Haus, renovierte es und stattete es liebevoll mit Antiquitäten aus. Dann benannte er das damalige Gasthaus Schmelz in Ehlener Poststuben um, da zum Anwesen damals eine Poststelle gehörte. Das Restaurant war von Anfang an ausgebucht, denn Grasas Konzept einer gehobenen, frischen und saisonalen Küche ging auf. Die nahe Anbindung an Kassel brachte ihm viele Stammgäste aus der Großstadt. Das hatte jedoch zur Folge, dass er die Einheimischen, sofern sie nicht reserviert hatten, oft abweisen musste und sie damit verärgerte. „Das war ein Fehler damals, ich hätte einen Raum für die Ehlener Bürger vorbehalten sollen“, gibt der 61-Jährige heute zu.

Trotzdem entwickelten sich die Ehlener Poststuben zu einem Geheimtipp. Die Gäste schätzen die Kochkünste und den Einfallsreichtum des ausgebildeten Gastronomen. Neben den Nationalgerichten Sarma und Cevapcici von der Balkanhalbinsel findet der Gast auf der Speisekarte auch die „Ahle Wurscht“ und Wildgerichte aus der Region. Und aus seiner Zeit im Schwabenländle sind die gefüllten Maultaschen übrig geblieben. Sein persönliches Lieblingsgericht sind „Stubenküken“. Beinahe wäre es nicht zu dem 25-jährigen Betriebsjubiläum gekommen, da der Gastronom im Jahr 2016 mit einem Partner ein altes Gasthaus auf der Schwäbischen Alb reaktivieren und die Ehlener Poststuben verkaufen wollte. Heute ist er froh, dass dieses Projekt nicht zustande kam und er vor zwei Jahren wieder in seine geliebten Ehlener Poststuben zurückkehren konnte.

„Die Poststuben sind mein Leben, denn was wäre ich ohne meine Gäste“, sagt Miroslav Grasa, der sich zum Jubiläum wünscht, dass alles so weitergeht.

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