Erzieher Andreas Deutsch leitet den Kindergarten Ehlen

Mag es, mit den Kindern an der frischen Luft aktiv zu sein: Andreas Deutsch leitet seit Dezember 2015 den Kindergarten Kunterbunt in Ehlen. Foto: Thon

Ehlen. Andreas Deutsch weiß, wie Kinder ticken. Seit Dezember vergangenen Jahres leitet der 47-Jährige den kommunalen Kindergarten Kunterbunt in Ehlen. Er hat das Amt von Gabi Lange übernommen, die in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Statistisch gesehen ist Deutsch unter seinen Kolleginnen eine Ausnahme - im Wolfhager Land gibt es neben ihm nur noch einen Mann, der eine Kita leitet. Als Exoten sieht es sich deshalb aber nicht. „Nur weil ich ein Mann bin, werden im Kindergarten weder größere Sandburgen gebaut noch wird häufiger Fußball gespielt“, sagt Deutsch. Als er sich Ende der 1980er-Jahre für eine Ausbildung zum Erzieher entschied, sei er häufiger konfrontiert worden mit dem Überraschungseffekt, den er als Mann mitunter bei den Eltern der Kinder auslöste. Inzwischen habe sich das Besondere abgenutzt. Die Habichtswalder Eltern und auch seine Kolleginnen hätten offen und positiv auf ihn reagiert.

Viel wichtiger als die Tatsache, dass er sich als Mann um die Erziehung der Zwei- bis Sechsjährigen kümmert, ist für ihn, dass er einen Job macht, der ihm am Herzen liegt. Andreas Deutsch stammt aus Oedelsheim und wuchs in einer Pfarrerfamilie auf. Früh stand für ihn fest, in seinem Beruf mit Menschen zu tun haben zu wollen.

16 Jahre lang hat er in einer evangelischen Einrichtung in Göttingen Kindergartenkinder betreut. „Die Arbeit mit Kindern ist zu 95 Prozent Beziehungsarbeit“, sagt der 47-Jährige, der großen Wert darauf legt, die Beziehungen so zu gestalten, dass Kinder Freude am Lernen haben.

Geschichten als Türöffner

„Ich bin nicht so sehr der Basteltyp“, räumt der Erzieher ein. Dafür bewegt er sich gerne draußen, geht mit den Kindern in den Wald und spielt mit ihnen an der frischen Luft. Gerne arbeitet Andreas Deutsch mit erdachten Geschichten, in denen Helden mit Stärken, Fehlern und Macken agieren. „Es ist eine sehr gute Möglichkeit, die Lebenswirklichkeit der Kinder in erfundenen Geschichten zu spiegeln“, schildert der Kita-Leiter seine Erfahrung. So würden Kinder ein Ventil für ihre Trauer benötigen, wenn beispielsweise die Oma gestorben ist oder sie die Trennung von einer wichtigen Person verkraften müssen. Mit den Fantasiegeschichten, erzählt in einem geschützten Raum, öffnet er Türen.

Große Projekte für die Kita plant Andreas Deutsch zunächst nicht. Zum einen werde der geplante Umbau des Kindergartens für genug Wirbel sorgen. Zum anderen sei er von einem Team aufgenommen worden, das sehr gut organisiert sei. „Ich werde hier also nicht alles auf links drehen.“

Von Antje Thon

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