Fußballspielen auf Olivenkernen

FSV Dörnberg saniert seinen Kunstrasenplatz umweltfreundlich

Die Elastikschicht, auf die der Kunstrasen im Dörnberger Bergstadion ausgerollt wird, ist an einigen Stellen schadhaft und muss repariert werden. Die Arbeiter einer Spezialfirma werden in den kommenden Tagen den Platz fertigstellen. Hinten Mitte FSV-Vorsitzender Frank Dauber.
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Die Elastikschicht, auf die der Kunstrasen im Dörnberger Bergstadion ausgerollt wird, ist an einigen Stellen schadhaft und muss repariert werden. Die Arbeiter einer Spezialfirma werden in den kommenden Tagen den Platz fertigstellen. Hinten Mitte FSV-Vorsitzender Frank Dauber.

Der FSV Dörnberg tauscht seinen Kunstrasen im Bergstadion aus.

Dörnberg – Wie verkohlt sieht er derzeit aus, der Platz am Dörnberger Bergstadion. Statt grünem Rasen bedeckt ein schwarzer gummiartiger Untergrund das Spielfeld. Der Kunstrasen, der 15 Jahre lang den Spielen der FSV-Sportler und ihrer Gegner standgehalten hat, liegt zusammengerollt am Platzrand. Der Neue ist schon da. Eingepackt in weiße Planen haben die großen Ballen eine 500 Kilometer lange Reise hinter sich. Hergestellt wird der Kunstrasen von einer Spezialfirma in der Nähe von Prag in Tschechien.

„Bereits zum dritten Mal tauschen wir den Kunstrasen auf unserem Platz aus“, erklärt der erste Vorsitzende des FSV Dörnberg 1949/80, Frank Dauber. Eigentlich müsse dies alle zehn Jahre geschehen. Mit guter Pflege haben es die FSV-ler nun länger geschafft. „Allerdings war der Austausch jetzt auch überfällig.“ Die schadhaften Stellen hätten zugenommen und wären zur Stolperfalle geworden. „Das Risiko von Verletzungen war so groß, dass wir den Platz nicht mehr guten Gewissens nutzen konnten“, so Dauber.

Bevor der Kunstrasen noch in dieser Woche ausgerollt wird, muss zuvor die schwarze Elastikschicht geflickt werden. „Das ist vor allem an Stresszonen der Fall“, sagt Dauber und meint damit zum Beispiel die stark frequentierten Bereiche vor dem Tor. Die Sanierung des Platzes hat noch einen weiteren Grund. Wie viele Kunstrasenplätze war auch der Dörnberger Platz mit Plastikgranulat befüllt.

Dies wird zwischen den Halmen eingetragen. Es dämpft und schützt die Spieler vor Verletzungen. Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts tragen Wind und Regen von Kunstrasenplätzen pro Jahr bis zu 10 000 Tonnen Mikroplastik in die Gewässer und Felder. Die EU will ab 2022 dieses umweltschädliche Granulat verbieten.

Im Dörnberger Bergstadion ist dies künftig kein Problem mehr. Damit die Spieler weniger rutschen und der Rasen beschwert wird, füllt die Firma auch Sand auf. Als Alternative zum Plastikgranulat haben die Dörnberger ein ungewöhnliches Füllmaterial gewählt: geschrotete Olivenkerne.

Die Sanierung des Platzes kostet rund 230 000 Euro. Dieses Geld gibt die Gemeinde Habichtswald, die vor einiger Zeit eine Million Euro aus der Hessenkasse erhalten hatte, an den FSV weiter. (Bea Ricken)

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