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Gartenbesitzer Peter Gratzer fordert von Gemeinde Habichtswald Reparatur von Feldweg

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Von: Antje Thon

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Schlechter Weg: Um mit seinem Auto nicht am Boden aufzusetzen, nutzt Peter Gratzer, der im Wochenendgebiet Im Grund bei Dörnberg einen Garten hat, den Feldrand. Das machen neben ihm noch andere, die zwischen den Gärten und der Bundesstraße pendeln. Inzwischen ist ein Weg neben dem Weg entstanden.
Schlechter Weg: Um mit seinem Auto nicht am Boden aufzusetzen, nutzt Peter Gratzer, der im Wochenendgebiet Im Grund bei Dörnberg einen Garten hat, den Feldrand. Das machen neben ihm noch andere, die zwischen den Gärten und der Bundesstraße pendeln. Inzwischen ist ein Weg neben dem Weg entstanden. © Antje Thon

Autos setzen auf Weg auf.

Habichtswald – Es ist die pure Idylle. Wer unterhalb der Habichtswaldhänge, zwischen Ehlen und Dörnberg, ein Grundstück hat, ist schnell eins mit der Natur. Peter Gratzer und seine Frau Renate Sammer haben dort einen Garten. Vor zehn Jahren hatte sich das Paar aus Kassel in das Grundstück verliebt und die Parzelle gekauft. Doch ihr Glück ist seit einiger Zeit getrübt. Der Feldweg, der den Garten erschließt, ist übersät von Schlaglöchern und ausgefahrenen Rinnen. Und die Gemeinde Habichtswald unternimmt nichts dagegen, sagt Gratzer.

Sein Garten liegt zusammen mit weiteren etwa sieben Parzellen südöstlich des Wochenendgebietes Im Grund. Erstmals hatte sich der pensionierte Lehrer 2016 an die Kommune gewandt und auf das Problem aufmerksam gemacht. Seitdem seien mehrere Mails hin- und hergegangen, ohne dass sich am Zustand des etwa 500 Meter langen Weges etwas verbessert habe. Ein-, zweimal habe der Bauhof die Situation vor Ort in Augenschein genommen, offenbar aber keine Veranlassung gesehen für ein Eingreifen.

„Die Autos setzen teilweise auf dem Weg auf“, sagt Gratzer. Insbesondere bei Dunkelheit, wenn das Profil des Weges nicht gut zu erkennen sei, sei es bereits zu Beschädigungen gekommen, sagt Renate Sammer. Zwei Mal seien Besucher mit dem Boden ihrer Fahrzeuge über den Wulst in der Mitte des Weges geschrammt. „Es kann nicht sein, dass immer wieder Anlieger auf eigene Kosten Kies oder Splitt ausschütten, um Löcher zu füllen“, schrieb Peter Gratzer in einer Mail an das Bauamt der Gemeinde. Zusammen mit seinen Gartennachbarn sieht er die Kommune in der Pflicht.

Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer sieht das völlig anders, er bezieht sich auf die aktuelle Rechtssprechung. „Für die Gemeinde besteht keine Pflicht, diese Wege in Schuss zu halten. Feldwege dürfen Schlaglöcher haben.“ Dennoch wolle er das Gespräch mit den Anliegern des Wochenendgebietes und den Eigentümern der Gärten suchen.

Faßhauer weist darauf hin, dass die Kommune von ihren Bürgern keine Straßenausbaubeiträge einzieht – die finanzielle Entlastung der Habichtswalder bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass bei der Reparatur von Straßen und Wegen Geld aus dem Haushalt entnommen werden muss. Doch die Mittel seien knapp. Daher erstelle das Bauamt derzeit eine Prioritätenliste für kommunale Straßen und eine weitere für Feldwege. In der Liste der Feldwege spielten mehrere Kriterien eine Rolle. So gehe es um Fragen, die mit der Häufigkeit der Nutzung zu tun hätten, die Beliebtheit bei Spaziergängern und Radfahrern sei ebenso wichtig wie der Zustand eines Weges. Sobald die Liste vorliege, werde es ein Gesprächsangebot geben und das weitere Vorgehen besprochen.

Dem Vorschlag Peter Gratzers, den Buckel in der Wegmitte mit Unterstützung eines Schleppers glatt zu ziehen, kann Faßhauer nicht viel abgewinnen. „Wenn wir da mal eben drüberfahren, ist es auch nur kurzfristig besser.“ Doch nach wenigen Tagen, insbesondere nach Regenfällen, werde es wieder so aussehen wie zuvor. Die Niederschläge spülten das Material an die Ränder. Faßhauer plädiert für eine beständigere Lösung.

Das diesjährige Budget der Gemeinde für Arbeiten an Feldwegen liegt bei 20 000 Euro. Bei zuletzt steigenden Materialkosten sei das alles andere als eine opulente Summe. Für die Ausbesserung von Feldwegen ist der Bauhof zuständig. (Antje Thon)

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