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Gemeinde Habichtswald feierte drei Tage lang 50. Geburtstag

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Von: Sascha Hoffmann

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Mit Ballons in Habichtswald-Farben eröffneten die Dörnberger und Ehlener am Freitag gemeinsam ihr Jubelfest und schickten mit ihnen vielleicht auch letzte Reste früherer Fehden gen Himmel.
Mit Ballons in Habichtswald-Farben eröffneten die Dörnberger und Ehlener am Freitag gemeinsam ihr Jubelfest und schickten mit ihnen vielleicht auch letzte Reste früherer Fehden gen Himmel. © Sascha Hoffmann

Vor 50 Jahren wurde die Gemeinde Habichtswald gegründet. Anlass für eine große Geburtstagsparty am Wochenende.

Habichtswald – Wenn der erste Beigeordnete Martin Rosowski von fünf Jahrzehnten Habichtswald berichtete, dann spricht er von „teils turbulenten, meist fröhlichen, immer aber gemeinschaftlichen Jahren der Entwicklung“. Viel davon hat Dr. Daniel Faßhauer als neuer Bürgermeister zwar nicht mitbekommen, wusste zur Eröffnung des Gemeindejubiläums am Freitagnachmittag aber doch um die Hintergründe.

„Als zum Jahreswechsel 1971/72 die Gemeinde Habichtswald ins Leben gerufen wurde, entstand sie aus dem Zusammenschluss der beiden liebenswerten Dörfer Dörnberg und Ehlen“, so Faßhauer, der beim Anblick der umliegenden Landschaft nach eigenen Angaben an eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung denken muss. Anders als bei der britischen Autorin sei die Gründung Habichtswalds aber keine Liebeshochzeit gewesen, vielmehr habe man sich durchaus frotzelnd und raufend gegenübergestanden. „Wie die Gallier mit den Römern, erfuhren auch die Dörnberger und Ehlener kurz nach ihrer Vereinigung, dass ein gemeinsamer Gegner zusammenschweißt“, so Faßhauer. „Der Innenminister teilte per Erlass mit, dass nach Zusammenschluss der neuen Gemeinde nun die weitere Zusammenlegung mit der Stadt Zierenberg vorgesehen sei.“ Das „frisch gebackene Habichtswald“ habe fortan für die Selbständigkeit gekämpft, um am 31. Mai 1972 den endgültigen Erhalt der Eigenständigkeit bestätigt zu bekommen.

Ausgehend vom gemeinsamen Einsatz der ersten Tage, seien die beiden Ortsteile im Lauf der Jahre immer weiter zusammengewachsen. Inzwischen gebe es nicht nur viele wirkliche Liebeshochzeiten zwischen beiden Orten, auch ansonsten beherrsche das Verbindende längst alle Bereiche des kommunalen Miteinanders. „Statt von Schmandpötten und Kranichen wird nach 50 Jahren - zumindest meistens - von den Habichtswaldern gesprochen“, so Faßhauer, und genauso gelte es zu feiern.

Es sind 1300 Meter, denen man eigentlich nicht viel Beachtung schenkt. Zwischen Ehlen und Dörnberg gelegen, trennt die Bundesstraße 251 die beiden Habichtswalder Ortsteile - oder sie verbindet sie, je nachdem, wie man es sehen mag. Am Wochenende tat sie Letzteres, ohne Zweifel, als Festmeile nämlich lockte sie zum 50-jährigen Gemeindejubiläum von beiden Seiten die Besuchermassen an.

Da reihte sich eine Bude an die andere, stellten sich Vereine und sonstige Institutionen vor, informierten Geschäfte und Firmen über ihre Angebote und ließen die Habichtswalder ihre Jubelgemeinde hochleben.

„Die Straße zieht sich ganz schön“, stellte da eine von Ehlen aus kommende Besucherin fest, als sie es sich an der „Ansprech-Bar“ der Dörnberger Kirchengemeinde gemütlich machte. Einen leckeren „Kirchturm-Sunrise“ oder „Church on the Beach“ hatte sie sich nach gut einem Kilometer durch die pralle Mittagssonne verdient, und beim Plausch mit den Kirchenladies ließ sich noch dazu auf angenehme Weise Kraft für den Rückweg tanken.

Einen Bummel über die ansonsten stark befahrene Straße wollte sich kaum ein Habichtswalder entgehen lassen, auch zahlreiche Gäste von außerhalb nutzten die einmalige Gelegenheit der Straßengaudi, die es in dieser Form bislang in der Region noch nicht gegeben hat.

Auf und abseits der Festmeile gab es für hunderte von Besuchern jede Menge zu erleben. Die Kirchengemeinde Ehlen-Burghasungen lockte zur Rutschpartie aufs benachbarte Feld, die Kinder des Reit- und Fahrvereins zum Reitballett auf den wenige hundert Meter entfernten Reiterhof. Auf der Bühne wurde gratuliert, gesungen und getanzt, im großen Festzelt vor allem in den Abendstunden ordentlich eingeheizt.

Einmal über und rund um die Festmeile flaniert, hatte niemand mehr einen Zweifel: die Ehlener und Dörnberger sind nach 50 Jahren zusammengewachsen, anders hätten sie kaum ein solch harmonisches Fest auf die Beine stellen können - auf 1300 Metern Bundesstraße, die leider nur für drei Tage zur Festmeile werden durfte. (Sascha Hoffmann)

Drei Tage feierten die Habichtswalder zum 50-jährigen Gemeindejubiläum ein rauschendes Fest und erklärten dafür die zwischen den zwei Ortsteilen Ehlen und Dörnberg liegende Bundesstraße 251 kurzerhand zur Festmeile. Eine von vielen Attraktionen: das Showschnitzen mit Kettensägen von Markus Schäfer (links) und Falk Polzer. Ihre Habichtswald-Bank wurde für 333 Euro versteigert und wird künftig im Ortsteil Dörnberg stehen.
Drei Tage feierten die Habichtswalder zum 50-jährigen Gemeindejubiläum ein rauschendes Fest und erklärten dafür die zwischen den zwei Ortsteilen Ehlen und Dörnberg liegende Bundesstraße 251 kurzerhand zur Festmeile. Eine von vielen Attraktionen: das Showschnitzen mit Kettensägen von Markus Schäfer (links) und Falk Polzer. Ihre Habichtswald-Bank wurde für 333 Euro versteigert und wird künftig im Ortsteil Dörnberg stehen. © Sascha Hoffmann

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