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Gemeinde Habichtswald geht bei Energie neue Wege

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Von: Antje Thon

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Helmut Polze und Wolfgang Aßhauer beim Boule spielen.
Jeden Dienstag wird Boule gespielt: Helmut Polzer (links) und Wolfgang Aßhauer sind oft auf dem Kressenborn in Dörnberg, der unter Beteiligung der Bürger noch attraktiver gestaltet werden soll. © Antje Thon

Was sind die zentralen Vorhaben in diesem Jahr in den Städten und Gemeinden des Wolfhager Landes? Wir haben mit den Bürgermeistern gesprochen. Heute der Jahresausblick für Habichtswald.

Habichtswald – Das vergangene Jahr hat deutlich gemacht, wie groß die Abhängigkeit von Energiequellen ist, die nicht vor Ort abgeschöpft werden können. Vor allem die Kostensteigerung drängt viele zum Umdenken. Die Gemeinde Habichtswald setzt daher auf eine stärkere Ausgabenkontrolle bei der Energie und investiert daher in die Nutzung regionaler, umweltfreundlicher Ressourcen.

Energiewende

Beide Kindertagesstätten der Gemeinde sollen mit Fotovoltaikanlagen ausgestattet werden. In Dörnberg müsste dafür auf das zunächst vorgesehene Gründach und einen dafür bereits bewilligten Zuschuss verzichtet werden. Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer rechnet mit Kosten von 180 000 Euro.

Weitere 130 000 Euro sollen in die Neuausrichtung der energetischen Versorgung der Kläranlage fließen. Zusammen mit dem Erlebnisbad ist sie der größte Stromfresser der Gemeinde. Vor der Energiekrise, im Jahr 2021, verbrauchte sie 170 000 Kilowattstunden Strom; die Kosten lagen bei 42 000 Euro. Inzwischen, so der Rathauschef, müsse man für die gleiche Energiemenge um die 80 000 Euro zahlen. Daher möchte die Gemeinde eine angrenzende Wiese kaufen oder pachten, um dort Sonnenstrom für den Betrieb zu erzeugen.

Daniel Faßhauer, Bürgermeister
Daniel Faßhauer, Bürgermeister © Antje Thon

Das Dorfgemeinschaftshaus in Ehlen, das derzeit mit Öl versorgt wird, soll eine umweltfreundlichere Wärmepumpe bekommen. Hierfür stehen Fördermittel bereit. Mehr Energieeffizienz ist auch das Ziel für das Freibad. Die alte Solarthermieanlage soll durch eine moderne, größere ersetzt, über eine verbesserte Wirksamkeit soll der Gasanteil bei der Wärmeproduktion reduziert werden. Zudem spekuliert Faßhauer auf einen Zuschuss für eine Schwimmbeckenabdeckung, die Temperaturverluste beim Wasser minimiert. Insbesondere in den Randmonaten Mai und September ließe sich so der Energieverbrauch drosseln.

Zukunft Innenstadt

Mit dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ rücken drei Orte der Gemeinde in den Fokus: der Kirchplatz in Ehlen und in Dörnberg Kressenborn und Pfarrhaus. Insbesondere beim Pfarrhaus bedürfe es noch Abstimmungen mit der Kirchengemeinde, wie das Gebäude künftig genutzt werden könne, sagt Faßhauer. Ihm schwebe eine Art Begegnungsstätte vor.

Der Kressenborn soll weiterhin Freizeitanlage bleiben, allerdings in seinen Angebotsmöglichkeiten im Sinne der Bürgerschaft neue Konturen erhalten. Der Freizeitwert des Kirchplatzes in Ehlen soll ebenfalls gesteigert werden. Märkte, Theateraufführungen, Verweilplätze und eine Renaturierung des Baches sind Denkanstöße, die die Habichtswalder bereits zusammengetragen haben. Ein Planungsbüro wertet derzeit die Ideen aus. Mitte des Jahres sollen sie zusammen mit den Bürgern in Konzepte gegossen werden.

Radweg

Ein etwa fünf Kilometer langer Radweg zwischen Ehlen und Martinhagen genießt innerhalb der Ausbaupläne für Habichtswalds Radinfrastruktur oberste Priorität. In diesem Jahr sollen die Planungen vorangetrieben werden. Von Ehlen bis zur A 44, die die Verbindung durchbricht, sollen Radler auf Wirtschafts- und Feldwegen geführt werden. Noch unklar sei jedoch, wie Radfahrer das Hindernis Autobahn überwinden und weiter in Richtung Martinhagen geleitet werden können. Drei Möglichkeiten gibt es: parallel zur Landesstraße, parallel am Waldrand oder durch Felder.

Generationenplatz

Der Mehrgenerationenplatz in Ehlen soll ein Aushängeschild für die Kommune werden. Der erste Abschnitt mit Kleinspielfeld, einer Skateranlage mit Rampen, Tischtennisplatte und Sprayerwand ist fertig und soll demnächst übergeben werden. Probleme deuten sich bei der Finanzierung der Wall-Holla an, einer vertikalen Spielanlage mit verschiedenen Möglichkeiten zum Klettern. Die erhoffte Förderung sei nicht sicher, so der Rathauschef. Das Parlament müsse demnächst entscheiden, ob es dieses besondere Element auch ohne Zuschüsse umsetzen möchte. Eine Boule-Anlage und ein Barfußpfad sollen den Platz ergänzen.

Das Foto zeigt die Skateranlage am Mehrgenerationenplatz.
Ist noch gesperrt: Der Mehrgenerationenplatz mit Skateranlage und einem Spielfeld für Fußball und Basketball. Schon bald soll der erste Abschnitt freigegeben werden. © Antje Thon

Mehrzweckhalle

Sanierung oder Neubau? Bei der Antwort auf diese Frage müsse die Gemeinde in diesem Jahr weiterkommen. Der Sanierungsstau an der Mehrzweckhalle in Dörnberg ist deutlich. Faßhauer verfolgt mit Blick auf das Gebäude, das als Sportstätte für Schüler und Vereine sowie als Versammlungsort genutzt wird, drei Ziele: Energie soll gespart werden, eine für alle Nutzergruppen attraktive Multifunktionshalle soll entstehen und Synergien, von denen die Kommune und der Landkreis Kassel als Schulträger profitieren, sollen genutzt werden. Eine bindende Ganztagsschulbetreuung steht ab 2026/27 an. Die benötige Platz, der auch in der Halle angeboten werden können. Ein Neubau, so Faßhauer, ließe alle Ziele leichter unter einem Dach vereinen, wäre teurer, würde aber auch mehr Zuschüsse mit sich bringen. Eine Sanierung sei bei geringeren Förderquoten vermutlich günstiger, für die Erfüllung der bevorstehenden Aufgaben aber auch anspruchsvoller.

Laubach

Um die 100 000 Euro wird die Gemeinde in den kommenden Monaten in den Bachlauf der Laubach zwischen Grüner Aue/Im Lichtebusch und Ortsrand investieren. In der Vergangenheit von Anliegern errichtete Barrieren sollen beseitigt werden und das Gewässer wieder mehr Natürlichkeit bekommen. Mit den Arbeiten soll der Hochwasserschutz verbessert werden. Ebenfalls dem Schutz vor Überschwemmungen soll der Bau eines Regenrückhaltebeckens dienen. Die Arbeiten dafür sollen in diesem Jahr ausgeschrieben werden. Noch allerdings ist unklar, ob es Zuschüsse für das Vorhaben gibt.

Bauplätze

Was ein erschlossener Bauplatz im künftigen Wohngebiet Panoramablick in Dörnberg am Ende kosten wird, ist derzeit offen. Fest steht, Zeiten, in denen ein Baugrundstück auf dem Land für 120 Euro pro Quadratmeter zu haben war, sind vorbei. Gegen Jahresende, so Faßhauer, werde die Kommune zu den Grundstückspreisen eine Aussage treffen können. Dann sollen auch Firmen für den Tiefbau beauftragt werden. Das Wohngebiet wird um die 60 Bauplätze haben. In ihm sollen einer Energieversorgung über Erdwärme, der Nutzung von Niederschlagswasser und einer nur minimalen Bodenversiegelung viel Bedeutung beigemessen werden.

Feuerwehr

Beide Feuerwehrhäuser sollen im Falle von Energieausfällen als Notplätze dienen. Dafür werden Notstromaggregate angeschafft. Das Feuerwehrgerätehaus in Ehlen wird mit einer Hochleistungssirene ausgestattet. In Dorfgemeinschaftshaus und Rathaus werden die technischen Voraussetzungen für eine Notstromeinspeisung geschaffen.

Bäume

Aus Sicherheitsgründen waren 2022 mehrere Bäume in Ehlen und Dörnberg gefällt worden. Teilweise wurden sie durch Neuanpflanzungen ersetzt. Weitere klimaresistente Bäume sollen nun gepflanzt werden.

Hessenpokal

Mit Spannung fiebern Fans des FSV Dörnberg dem Viertelfinale des Hessenpokals entgegen. Das wird am Mittwoch, 8. März, ab 18.30 Uhr ausgetragen und dürfte Fußballinteressierte aus der ganzen Region anlocken. Der Verbandsligist tritt gegen den SV Wehen Wiesbaden an, der in der dritten Liga spielt und mit einem Aufstieg in die 2. Bundesliga liebäugelt. Noch nie zuvor hat der FSV Dörnberg im Pokal den Sprung in die drittletzte Runde geschafft. (Antje Thon)

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